Deutscher Bühnenverein


Jobs und Ausbildung | Berufe am Theater

»Wie komme ich eigentlich an‘s Theater?«





Foto: Klaus Lefebvre

– fast täglich wird diese Frage an den Deutschen Bühnenverein heran getragen. Trotz des Booms der elektronischen Medien ist das Interesse am Theater ungebrochen. Jedes Jahr bewerben sich tausende junger Menschen um einen der raren Ausbildungsplätze an einer Schauspielschule, einer Regieklasse oder einer Maskenbildnerschule. Sie alle eint der Wunsch nach einem Beruf, der nicht nur Broterwerb sein soll, sondern auch Berufung; nach einem Arbeitsfeld, das wie nur wenige andere Kreativität und Fantasie verlangt. Dabei ist die Palette der Berufe, die an einem Theater oder Orchester ausgeübt werden, weit vielfältiger, als viele dies zunächst ahnen. Der Bogen spannt sich vom Künstler über den Handwerker bis hin zum Verwaltungsfachmann. Und dazwischen befi ndet sich eine Fülle von Berufen, die von allem mehr oder weniger sind.

In dieser Broschüre werden über 50 Berufe unter den Aspekten Berufsbild, Voraussetzungen und Ausbildung dargestellt sowie rund 100 weitere Berufe erwähnt bzw. kurz vorgestellt. Damit soll den Interessenten eine erste Orientierungshilfe gegeben werden, die den Weg weist zu weiteren Informationen. Um den Kosmos Theater zu verstehen sind nicht nur die Informationen zu den einzelnen Berufen empfehlenswert, sondern auch die allgemeinen Tipps und Hinweise.

Etwa 38.200 Menschen arbeiten in Deutschland fest angestellt für die Theater und Orchester. Knapp 31 Millionen Karten wurden in der Spielzeit 2005/2006 an die Zuschauer verkauft. An den Stadt- und Staatstheatern sowie Landesbühnen gab es rund 4.700 Inszenierungen und fast 63.000 Veranstaltungen, hinzu kamen zahlreiche Inszenierungen und Veranstaltungen der Privattheater und viele Konzerte der Orchester. Nach wie vor eine erfolgreiche Bilanz.

Es fehlt jedoch in den Kommunen und den Ländern, von denen die Theater und Orchester im Wesentlichen fi nanziert werden, das Geld. Überall wird von der Kürzung der öffentlichen Zuschüsse gesprochen und nicht selten werden solche auch realisiert. Gibt es also bei den Theatern noch genügend Arbeitsplätze, die eine Ausbildung in einem Theaterberuf lohnen? Das lässt sich nur schwer beantworten. Sicher ist jedoch: Wer in seinem Metier über Begabung und Ausdauer verfügt, hat gute Chancen, einen Arbeitsplatz zu fi nden, auch wenn das Theater in Zukunft weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stellen kann. Denn Begabung und Ausdauer sind Grundlage für Einfallsreichtum, Initiative und besondere Belastbarkeit - Eigenschaften, die man am Theater mehr als in vielen anderen Branchen benötigt. Gerade weil das so ist, ist das Theater ein besonders interessanter Arbeitsplatz. Interessant ist er aber auch, weil der, der künstlerisch arbeitet, sich mit Literatur und Musik befassen und auseinandersetzen kann. Für den, der nicht direkt in diese Auseinandersetzung einbezogen ist, bietet ein Theaterberuf die Möglichkeit, doch zumindest daran teilzuhaben und im Dienste der Künste zu arbeiten. »Theater ist ein Fitnesscenter für unsere Sinne und Gefühle, ein Schlüsselloch zu unseren eigenen Geheimnissen«, hat George Tabori einmal gesagt. Nicht nur deshalb bemüht sich der Deutsche Bühnenverein, die Theater und Orchester in jeder erdenklichen Weise zu unterstützen, damit wir denen, die am Theater oder für ein Orchester arbeiten wollen, den Arbeitsplatz erhalten können.

Wie auch immer: Allen, die zum Theater wollen, wünschen wir viel Erfolg und vor allem viel Freude bei ihrem persönlichen Weg auf die Bretter, die noch immer die Welt bedeuten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Rolf Bolwin
Geschäftsführender Direktor