Glossar

ABM – Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

Abonnement – Das Abonnement beruht auf dem Anrecht auf einen festen Sitzplatz im Theater bzw. in Konzerten. Im modernen Theaterbetrieb sichert das Abonnement auch in ständig ausverkauften Häusern dem Besucher seine Theaterkarte.

Bühnenschiedsgerichtbarkeit – Die beiden Tarifpartner innerhalb des öffentlichen Theaters, der Deutsche Bühnenverein und die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) haben in einem eigenen Tarifvertrag vereinbart, dass über bürgerliche Rechtsstreitigkeiten im Sinne von § 2 des Arbeitsschiedsgesetzes zwischen Theaterveranstaltern und Bühnenmitgliedern statt der Arbeitsgerichte die sog. ständigen Schiedsgerichte entscheiden sollen. Sie kennen zwei Rechtszüge: 1. Bezirksschiedsgerichte (in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main, München und Chemnitz) und 2. das Bühnenoberschiedsgericht in Frankfurt am Main. Sie setzen sich paritätisch aus Mitgliedern der Theaterveranstalter und der Bühnenangestellten sowie einem Obmann, der die Befähigung zum Richteramt haben muss, zusammen.

DEA – Deutschsprachige Erstaufführung

DOV – Deutsche Orchestervereinigung (Musikergewerkschaft)

DTHG – Deutsche Theatertechnische Gesellschaft

Eigenbetrieb – Unter den möglichen Rechtsformen öffentlicher kultureller Einrichtungen zeichnet sich der Eigenbetrieb durch eine vermögensrechtliche und organisatorische Verselbständigung aus; er ist deshalb die typische Rechtsform für wirtschaftliche Unternehmen der Gemeinden und ermöglicht ein kaufmännisches Geschäftsgebahren. Der Eigenbetrieb ist allerdings keine eigene Rechtspersönlichkeit. Es handelt sich bei ihm immer um ein sog. Sondervermögen der Gemeinde, d.h. eine abgegrenzte Vermögensmasse, die rechtlich ihrem Eigentümer zugerechnet wird.

En–Suite – Gestaltungsprinzip eines Theaterspielplans, bei dem lediglich ein einziges Stück über einen mehr oder weniger langen Zeitraum gespielt wird. Der Vorteil dieses Prinzips ist der geringe Budgetaufwand, da Dekorationen, Beleuchtung sowie andere technische Einrichtungen unverändert bleiben können. Andererseits wird ein entsprechendes Einzugsgebiet benötigt, um das Theater jeden Abend mit Publikum füllen zu können.

Feuilleton – Redaktionsressort einer Tages- oder Wochenzeitung, das kulturelle Nachrichten, Kritiken des kulturellen Lebens sowie Rezensionen und literarische Unterhaltung redaktionell verarbeitet.

Gastspielvertrag – Der Gastspielvertrag ist die Grundlage für alle kulturellen Veranstaltungen, die nicht direkt und von der kulturellen Einrichtung selbst erbracht werden, also z.B. Theatergastspiele. Der Gastspielvertrag wird zwischen dem jeweiligen Veranstalter und dem entsprechenden Künstler/Ensemble bzw. deren Agentur geschlossen.

GDBA – Genossenschaft Deutscher Bühnen–Angehöriger (Gewerkschaft für Solokünstler im darstellenden Bereich, Künstlerische Bühnentechnik und Chor (teilweise))

GEMA – Gesellschaft für musikalische Aufführungs– und mechanische Vervielfältigungsrechte

GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung

GMD – Generalmusikdirektor

GVL – Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten

Inthega (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e.V.) – 1980 gegründet verfolgt die Inthega den Zweck, die öffentlich– und privatrechtlichen, insbesondere die kommunalen und gemeinnützigen Veranstalter von Theater– und Konzertgastspielen bei ihrer Arbeit zu unterstützen und ihre Interessen gegenüber Dritten durch Empfehlungen, Verhandlungen, Abschluss von Vereinbarungen und andere geeignete Schritte zu wahren.

KBB – Künstlerisches Betriebsbüro

Künstlersozialversicherung/ Künstlersozialkasse – Die Künstlersozialversicherung (KSV) ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie ermöglicht freischaffenden Künstlern und Publizisten Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, wobei sie lediglich die Arbeitnehmerbeiträge zahlen. Für die Versicherungsveranlagung und die Beitragserhebung ist die Künstlersozialkasse zuständig: als eine unselbständige, jedoch haushalts- und vermögensmäßig gesonderte Einrichtung - eine besondere, in die Unfallkasse des Bundes eingegliederte Abteilung. Sitz der Künstlersozialkasse und der Unfallkasse des Bundes ist Wilhelmshaven.

Landestheater/Landesbühne – Ein von der öffentlichen Hand getragenes Unternehmen, das nach seinem Auftrag Aufgaben eines Theaters oder eines Kulturorchesters für ein regionales Spielgebiet erfüllt.

Leistungsschutzrecht – Vergütungsansprüche für ausübende Künstler und Veranstalter, die bei der Wiedergabe von Tonträgern oder der Ausstrahlung von Hörfunk- und Fernsehsendungen entstehen. Vergütungsansprüche aus Leistungsschutzrechten werden von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) gesichert und von der GEMA erhoben. Wird beispielsweise während einer Schauspiel-Aufführung ein Musikstück eines zeitgenössischen Komponisten vom Band eingespielt, erhalten der Komponist Vergütungen über die GEMA und die Musiker, die das Stück gespielt haben, Vergütungen über die GVL.

NV Bühne – Normalvertrag Bühne (Tarifvertrag für Solokünstler, künstlerische Bühnentechniker, Chöre und Tanzgruppen)

Privattheater – Ein Privattheater liegt vor, wenn es von einer natürlichen Person oder von einem Zusammenschluss natürlicher Personen oder von einer juristischen Person privaten Rechts, an der keine juristische Person öffentlichen Rechts beteiligt ist, getragen wird.

Regiebetrieb – Der Regiebetrieb ist weder rechtlich noch rechnungsmäßig noch organisatorisch selbständig. Das bedeutet, dass die Finanzplanung im Rahmen des Haushaltsplanes erfolgt, dass er organisatorisch als Amt oder Abteilung eines Amtes in die kommunale Hierarchie eingebunden ist und rechtlich zur Behörde gehört. Da der Regiebetrieb verwaltungstechnisch in die übrige Verwaltung eingebunden ist, erfolgt die Willensbildung über die Instanzen der Trägerkörperschaft.

Repertoiretheater – Gegenteil des En–Suite–Betriebs. Unter Repertoire versteht man im Theater im weiteren Sinne die Gesamtheit aller spielbaren Stücke, die einem Künstler prinzipiell zur entsprechenden Umsetzung zur Verfügung stehen, im engeren Sinne die auf dem jeweiligen Spielplan stehenden Stücke. Darüber hinaus werden als Repertoirestücke solche bezeichnet, die allgemein in einem Land mit gewisser Regelmäßigkeit auf den Spielplänen erscheinen (der Deutsche Bühnenverein veröffentlicht hierzu die jährlich erscheinende Werkstatistik). Repertoire-Theater sind (im Gegensatz zu Theatern, die ein Stück En Bloc, d.h. über mehrere Tage hinweg bzw. En-Suite, d.h. mehr oder weniger ununterbrochen in Folge spielen) solche, die genügend spielbare Stücke zur Verfügung haben, um fast täglich ein anderes ansetzen zu können. Voraussetzung hierfür ist ein Ensemblebetrieb, in dem eine ganze Reihe von SchauspielerInnen über einen längeren Zeitraum hinweg fest angestellt sind. Die Vorteile des Repertoiretheaters:
• Ensemble und Repertoire stehen für eine kontinuierliche künstlerische Arbeit
• diese kontinuierliche Arbeit erlaubt die notwendige Reflexion der gesellschaftlichen Realität
• diese Reflexion ist gerade in Krisenzeiten unentbehrlich, um der ökonomischen Ideologie des ewigen Wachstums ästhetische Werte entgegenzusetzen
• durch die Kunst findet die Gesellschaft einen inneren Zusammenhalt
• zu dieser Arbeit am gesellschaftlichen Zusammenhalt gehört eine kontinuierliche ästhetische Bildung, vor allem von Kindern und Jugendlichen
• die kontinuierliche ästhetische Bildung wird ausschließlich durch Ensemble und Repertoire vor Ort gewährleistet

TVK – Tarifvertrag für Musiker in Kulturorchestern

UA – Uraufführung. Erste Aufführung eines Bühnenwerkes überhaupt.

Urheberrecht – Das Urheberrecht regelt im Urheberrechtsgesetz den Schutz von Werken, die als „persönliche geistige Schöpfungen“ angesehen werden können. Zu den Werken zählen: Sprachwerke, Werke der Musik, pantomimische/tänzerische Werke, Werke der Bildenden Kunst /Baukunst sowie Werke der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke, Lichtbildwerke, Filmwerke, Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen. Im einzelnen regelt das Urheberrecht den Schutz des Werkes, das Urheberpersönlichkeitsrecht sowie besondere Rechtsverhältnisse wie etwa im Medienbereich.

VdO – Vereinigung Deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (Gewerkschaft der Chöre und Tanzgruppen)

ZAV – Zentrale Auslands– und Fachvermittlung. Künstlervermittlung, unter der die ehemalige Zentrale Bühnen–, Fernseh– und Filmvermittlung (ZBF) und die Künstlerdienste (KD) zusammengefasst sind.

 

 

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