Deutscher Bühnenverein

Einzelne Theaterberufe

Autor/in

Berufsbild

Der Theaterautor – auch Dramatiker genannt – verfasst dramatische Werke als Grundlage von Schauspielinszenierungen. In der Regel arbeitet der Autor allein, Ausnahmen sind Theaterstücke, die in direkter Zusammenarbeit mit einem Ensemble entstehen (z.B. »Top Dogs« von Urs Widmer). Danach gibt es mehrere Möglichkeiten, auf sein Werk aufmerksam zu machen. Der Autor kann sich direkt an die Intendanz oder Dramaturgie eines Theaters wenden, er kann sein Stück einem der zahlreichen Theaterverlage anbieten, oder er nimmt an einem entsprechenden Literatur-Wettbewerb teil.
Die finanzielle Situation der meisten Theaterautoren ist oft unbefriedigend. Um seinen Lebensunterhalt vom Schreiben für die Bühne bestreiten zu können – dies gelingt in Deutschland recht wenigen Dramatikern –, muss ein Autor mit seinen Werken sehr viele Zuschauer erreichen. Denn während alle übrigen Beteiligten an einer Inszenierung eine vorher festgelegte Entlohnung erhalten, berechnet sich die Gage des Autors nach der Zahl der Zuschauer. Da zeitgenössische Werke, die zum Teil eine ungewöhnliche Sprache oder Erzählweise haben, nach einer Uraufführung nur selten an einem anderen Theater nachgespielt werden, bleibt die Größe des erreichten Publikums meist sehr gering. Regelmäßige Auftragsarbeiten oder ein Engagement als Hausautor sind rar gesät. Aus diesem Grunde müssen Theaterautoren häufig auf andere Tätigkeiten ausweichen – im günstigsten Falle auf das Bearbeiten und Übersetzen klassischer Werke der dramatischen Literatur oder das Verfassen von Drehbüchern für Radio, Film und Fernsehen.

Voraussetzungen

Der Beruf des Autors ist staatlich nicht geregelt, sodass jeder szenische Werke verfassen und auf dem Markt anbieten darf. Ganz allgemein gesagt sollte ein Autor – neben einem großen Interesse am Theater – einen Sinn für politische und gesellschaftliche Zusammenhänge besitzen, ein guter Beobachter menschlicher Denk- und Verhaltensweisen sein und das Formulieren und Komponieren dramatischer Texte auch ein Stück weit als Handwerk betrachten, in dem es Regeln und Erfahrungen zu berücksichtigen gilt. Schaut man sich den Werdegang zeitgenössischer Theaterautoren an, stößt man häufig auf Absolventen des Studiengangs Szenisches Schreiben, auf Studenten von Geisteswissenschaften (insbesondere Philosophie, Germanistik, Theater- und Kulturwissenschaften), auf Romanautoren und Lyriker sowie auf Schauspieler, Regisseure und Dramaturgen.

Ausbildung

Auch das Schreiben – ob dramatisch oder episch – hat eine handwerkliche Basis, die erlernt werden kann. Musikalische, bildende und darstellende Künste bedürfen einer soliden Ausbildung, aber auch literarische Fertigkeiten können in Schreibkursen erworben werden. Die Bildungsträger und Kursformen variieren beträchtlich. Die Hochschulen in Berlin, Halle und Leipzig bieten einen Studiengang an. Darüber hinaus gibt es an einigen Universitäten einschlägige Workshops und Seminare. Auch auf dem Gebiet der Fachliteratur wächst die Zahl der Autoren, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

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