Allgemeine Tipps und Informationen - Schule, Studium, Berufsaussichten

Die Schulbildung spielt in Berufen, die vornehmlich Kreativität und Fantasie verlangen, nicht dieselbe Rolle wie z.B. für die Akademikerlaufbahn. Für viele Tätigkeiten am Theater ist daher auch kein bestimmter Schulabschluss zwingend vorgeschrieben bzw. wird neben einer schulischen Mindestleistung generell ein Nachweis der spezifischen künstlerischen Befähigung verlangt (Vorsprechen, Probesingen, Mappe mit Zeichnungen etc.). Ein künftiger Regisseur sollte aber nicht erst in seiner Ausbildung mit Literatur in Kontakt kommen und ein Bühnenbildner dem Fach Kunst nicht erst in der Berufsschule begegnen. Praktika sind auf jeden Fall anzuraten. Welche Schulbildung im Einzelnen erwartet wird, ist bei den jeweiligen Ausbildungsträgern oder dem Arbeitsamt zu erfragen. Häufig gibt es auch Ausnahmeregelungen für besonders Begabte. Bei Beginn einer Ausbildung am Theater muss man volljährig sein, da an einer Bühne regelmäßig nachts gearbeitet wird und anderenfalls das Jugendschutzgesetz verletzt würde.

Ein anderer nicht zu unterschätzender Aspekt der Schul- und Ausbildung stellt das "Danach" dar. Einige künstlerische Berufe können aus physischen Gründen nur zeitlich begrenzt ausgeübt werden. Wer später in einem artverwandten Beruf arbeiten möchte, beispielsweise als Gesangspädagoge, Choreograf oder Klavierlehrer, muss in der Regel Ausbildungsnachweise vorlegen. Dies sollte man frühzeitig bedenken.

Über die Berufsaussichten werden in dieser Broschüre keine oder nur wenige Angaben gemacht. Diese sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig bis hin zu regionalen Unterschieden. Grundsätzlich kann man sagen: Freie Stellen sind eher selten, Gastverträge stellen hierzu aber eine gute Alternative dar. Chancen, einen der derzeit ca. 38.388 Arbeitsplätze zu erlangen, hat in der Regel nur der, der seine gewählte Profession sehr gut beherrscht und zu Ortswechseln bereit ist. Darüber hinaus ist eine überdurchschnittliche Eigeninitiative gefragt, um eine (Ausbildungs-) Stelle zu finden, denn zum einen melden nicht immer alle Ausbilder ihre Vakanzen den zuständigen Institutionen, und zum anderen ergibt sich in kreativen Berufen vieles über direkte Kontakte.

Die physische und psychische Arbeitsbelastung ist am Theater bisweilen sehr hoch. Neben spezifischen Belastungen, die beim Spielen eines Instruments oder dem Bau eines Bühnenbildes auftreten, muss grundsätzlich mit Arbeitszeiten gerechnet werden, die das persönliche Freizeitverhalten stark einschränken. An den Theatern wird selbstverständlich auch abends, sonn- und feiertags sowie im Schichtdienst gearbeitet.

Bei den in dieser Broschüre vorgestellten Studiengängen gibt es je nach Ausbildungsstätte unterschiedliche Studienabschlüsse (Diplom, Magister etc.) und auch unterschiedliche Studienlängen und -inhalte. Viele Hochschulen haben kürzlich die neuen Abschlüsse Bachelor und Master eingeführt bzw. werden diese einführen. Gerade durch diese Umstrukturierung ändert sich momentan vieles in den einzelnen Studiengängen. Auskünfte über den jeweiligen Abschluss und über zusätzliche Qualifikationen erteilen die einzelnen Ausbildungsinstitute.

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