Allgemeine Tipps und Informationen - Institutionen

Die Schulbildung spielt in Berufen, die vornehmlich Kreativität und Fantasie verlangen, nicht dieselbe Rolle wie z.B. für die Akademikerlaufbahn. Für viele Tätigkeiten am Theater ist daher auch kein bestimmter Schulabschluss zwingend vorgeschrieben bzw. wird neben einer schulischen Mindestleistung generell ein Nachweis der spezifischen künstlerischen Befähigung verlangt (Vorsprechen, Probesingen, Mappe mit Probearbeiten etc.). Ein künftiger Regisseur sollte aber nicht erst in seiner Ausbildung mit Literatur in Kontakt kommen und ein Bühnenbildner dem Fach Kunst nicht erst in der Berufsschule begegnen. Praktika sind auf jeden Fall anzuraten. Welche Schulbildung im Einzelnen erwartet wird, ist bei den jeweiligen Ausbildungsträgern oder dem Arbeitsamt zu erfragen. Häufig gibt es auch Ausnahmeregelungen für Talente. Bei Beginn einer Ausbildung am Theater muss man volljährig sein, da an einer Bühne regelmäßig nachts gearbeitet wird und anderenfalls das Jugendschutzgesetz verletzt würde.

Ein anderer nicht zu unterschätzender Aspekt der Schul- und Ausbildung stellt das »Danach« dar. Einige künstlerische Berufe können aus physischen Gründen nur zeitlich begrenzt ausgeübt werden. Wer später in einem artverwandten Beruf arbeiten möchte, beispielsweise als Gesangspädagoge, Choreograf oder Klavierlehrer, muss in der Regel Ausbildungsnachweise vorlegen. Dies sollte man frühzeitig bedenken.

Über die Berufsaussichten werden in dieser Broschüre keine oder nur wenige Angaben gemacht. Diese sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig bis hin zu regionalen Unterschieden. Grundsätzlich kann man sagen: Freie Stellen sind eher selten, Gastverträge stellen hierzu aber eine Alternative dar. Chancen, einen der derzeit ca. 39.200 Arbeitsplätze zu erlangen, hat in der Regel nur der, der seine gewählte Profession sehr gut beherrscht und zu Ortswechseln bereit ist. Darüber hinaus ist eine überdurchschnittliche Eigeninitiative gefragt, um eine (Ausbildungs-) Stelle zu finden, denn zum einen melden nicht immer alle Ausbilder ihre Vakanzen den zuständigen Institutionen, und zum anderen ergibt sich in kreativen Berufen vieles über direkte Kontakte.

Die physische und psychische Arbeitsbelastung ist am Theater bisweilen sehr hoch. Neben spezifischen Belastungen, die beim Spielen eines Instruments oder dem Bau eines Bühnenbildes auftreten, muss grundsätzlich mit Arbeitszeiten gerechnet werden, die die persönliche Freizeit stark einschränken. An den Theatern wird selbstverständlich auch abends, sonn- und feiertags sowie im Schichtdienst gearbeitet.

Bei den in dieser Broschüre vorgestellten Studiengängen gibt es je nach Ausbildungsstätte unterschiedliche Studienabschlüsse (Bachelor, Master etc.) und auch unterschiedliche Studienlängen und -inhalte. Auskünfte über den jeweiligen Abschluss und über zusätzliche Qualifikationen erteilen die einzelnen Ausbildungsinstitute.Neben den Theatern sind auch die örtlichen Arbeitsämter, die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern Anlaufstellen für Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten. Wo sich das nächste Arbeitsamt befindet, teilt die Bundesagentur für Arbeit mit. Die Adresse der zuständigen Kammer bzw. Innung kann beim Zentralverband des Deutschen Handwerks erfragt werden.

Die Aus- und Weiterbildungsdatenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit (www.kursnet.arbeitsagentur.de) enthält die Adressen zahlreicher Ausbildungsstätten einschließlich Hochschulen. KURSNET gibt es kostenlos im Internet oder einsehbar in allen Berufsinformationszentren (BIZ). Auch im Deutschen Bühnenjahrbuch der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) gibt es Informationen zu Ausbildungsstätten (vgl. Literaturtipps in dieser Broschüre). Informationen zu Berufsbildern findet man ebenfalls auf der Internetseite des Arbeitsamtes in dem Bereich BERUFENET (www.berufenet.arbeitsagentur.de). Ausführliche Berufsbeschreibungen dokumentiert die Sammlung »Blätter zur Berufskunde«. Jede Kommune, jedes Land und auch der Bund bieten zahlreiche Programme zur beruflichen Ausbildungsförderung an. Nähere Informationen kann man dort oder beim Arbeitsamt erfragen.

Weitere wichtige Ansprechpartner sind die Deutsche Theatertechnische Gesellschaft, die Künstlervermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit mit Geschäftsstellen in Köln, Berlin, Hamburg, Hannover, Leipzig, München und Stuttgart sowie die Künstlergewerkschaften. Die ZAV ist vorrangig im Bereich der (Künstler-) Vermittlung tätig, steht aber auch beratend zur Verfügung. Einige Berufe kann man ebenfalls im Bereich Film und Fernsehen erlernen bzw. dort ausüben. Auch vor diesem Hintergrund ist eine breit gefächerte Ausbildung sicherlich sinnvoll. Die Internationale Filmschule IFS und die Gesellschaft für Medienberufe veranstalten Aus- und Fortbildungsseminare für die Tätigkeitsfelder Regie- und Ausstattungsassistent, Requisiteur, Masken- und Kostümbildner u.a.

Stellenanzeigen gibt es in zahlreichen Fachzeitschriften oder unter www.bühnenjobs.de.

Der Adressteil der Broschüre umfasst hinsichtlich der zentralen künstlerischen Berufe (Dirigent, Regisseur, Puppenspieler, Sänger, Schauspieler, Tänzer, Musiker, Bühnen-, Masken- und Kostümbildner) bis auf wenige Ausnahmen die Anschriften der öffentlichen Ausbildungsstätten. Es gibt darüber hinaus noch eine große Anzahl privater Ausbildungsstätten. Wer sich für eine private Ausbildung interessiert, sollte prüfen, inwieweit die dort angebotenen Lehrinhalte mit den persönlichen beruflichen Zielen übereinstimmen, inwieweit die Ausbildung anerkannt ist und ob die Ausbildung und die erhobenen Gebühren in sinnvoller Relation zueinander stehen.

 

 

Adressen

Bundesagentur für Arbeit
Regensburger Straße 104 · 90478 Nürnberg
Telefon 0911 / 1 79 - 0
www.arbeitsagentur.de
www.studienwahl.de
www.planet-berufe.de


Zentralverband des deutschen Handwerks
Mohrenstraße 20 21 · 10117 Berlin
Telefon 030 / 2 06 19 - 0
www.zdh.de


Deutsche Theatertechnische
Gesellschaft e.V. (DTHG)
Kaiserstraße 22 · 53113 Bonn
Telefon 0228 / 36 93 90
www.dthg.de


ZAV - Künstlervermittlung
der Bundesagentur für Arbeit
Innere Kanalstr. 69 · 50823 Köln
Telefon 0221 / 55 40 35 04
zav.arbeitsagentur.de


IFS Internationale Filmschule Köln GmbH
Glückauf Haus · Werderstr. 1 · 50672 Köln
Telefon 0221 / 92 01 88 - 0
www.filmschule.de


Künstlergewerkschaften:

Genossenschaft Deutscher
Bühnen-Angehöriger (GDBA)
Heinrichstraße 23 25 · 22769 Hamburg
Telefon 040 / 43 28 24 40
www.buehnengenossenschaft.de


Deutsche Orchestervereinigung (DOV)
Postfach 02 12 75 · 10124 Berlin
Telefon 030 / 827 90 80
www.dov.org


Vereinigung deutscher Opernchöre
und Bühnentänzer (VdO)
Kolumbastraße 5 · 50667 Köln
Telefon 0221 / 27 26 89 40
www.vdoper.de


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