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Pressemeldung

Meilenstein der Theatertarifreform:Vereinheitlichter Tarifvertrag für die Theater in Kraft getreten

16.01.2001

Zum 1. Januar 2001 ist der neue vom Deutschen Bühnenverein mit der Vereinigung Deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) abgeschlossene Normalvertrag Chor/Tanz in Kraft getreten. Damit werden erstmalig zwei der insgesamt in einem Mehrsparten-theater geltenden sieben Tarifverträge nebst mehrerer Nebentarifverträge zu einem Tarifvertrag zusammengefaßt. Darüber hinaus stimmt der neue Tarifvertrag im Gegensatz zu den bisher geltenden Tarifverträgen in einigen Punkten mit den für die Orchester geltenden Tarifregelungen überein. "Zum ersten Mal in der Theatergeschichte der Bundesrepublik Deutschland sind nun wieder alle Proben- und Ruhezeiten für die künstlerischen Kollektive Chor, Ballett und Orchester einheitlich geregelt," erläuterte der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, den Tarifvertrag heute in Köln. Damit habe man einen wesentlichen Teil der Theatertarifreform verwirklicht. Der neue Normalvertrag Chor/Tanz enthält aber auch eine Reihe von weiteren Vorzügen zugunsten der Theater. So wurden einige immer wieder kritisch bewertete Sondervergütungen etwa für das Tragen schwerer Gegenstände oder das Sprechen von mehr als fünf Worten abgeschafft. Darüber hinaus wurde die Gestaltung der Probenzei-ten flexibilisiert. So können nun vor der Premiere auch Opernchor- und Tanzgruppenmitglieder gegen Freizeitausgleich zu längeren Proben als bisher herangezogen wer-den. Zudem enthält der Tarifvertrag – insbesondere bei der Gestaltung von Proben-zeiten und Ruhezeiten – eine Reihe von Öffnungsklauseln, die abweichende Rege-lungen vor Ort zulassen. Diese Öffnungsklauseln entsprechen den zur Zeit tarifpoli-tisch geforderten Möglichkeiten, den Betrieben mehr Verhandlungsspielräume einzuräumen, um hausspezifische Vereinbarungen abschließen zu können. Die Gagen für die etwa 3.000 Chorsänger und 1.600 Ballettänzer werden in mehrere Vergütungsgruppen gestaffelt. In der obersten Vergütungsgruppe ist lediglich eine Mindestgage festgeschrieben. Die übrigen Vergütungsgruppen enthalten einen Ver-gütungskorridor, der den Betrieben ebenfalls eine Flexibilität bei der Gestaltung der Vergütungen einräumt. Mit Rücksicht auf die zusätzlichen Pflichten der Arbeitnehmer wurden diese Grundvergütungen in angemessenem Umfang angehoben. Nach wie vor enthält der Tarifvertrag dort, wo eine Differenzierung zwischen den einzelnen Beschäftigungsgruppen erforderlich ist, detaillierte Sonderregelungen. Dazu gehört etwa die Regelung der Mitwirkungspflicht, die für Chor und Ballett natürlich völlig unterschiedlich ausgestaltet werden muss. Es ist nun beabsichtigt, in den neuen Tarifvertrag auch die Bereiche Solo und Bühnentechniker zu integrieren, so dass die für die fünf am Theater tätigen Beschäftigungsgruppen geltenden künstlerischen Tarifverträge (Chor, Tanz, Solo, Bühnentechniker, Orchester) mittelfristig auf zwei Tarifverträge reduziert würden.

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