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Pressemeldung

Bühnenverein fordert Sorgfalt bei Bau und Renovierung von Kulturbauten

Köln, 20.04.2012

Anlässlich der erheblichen Mängel bei der Renovierung des Schauspiels Stuttgart fordert der Bühnenverein von der öffentlichen Hand die notwendige Sorgfalt bei Planung und Durchführung von öffentlichen Kulturbauten. Fehler wie in Stuttgart fügen dem betroffenen Theater erheblichen Schaden zu und müssen bei zukünftigen Bauvorhaben vermieden werden. Wichtig ist vor allem eine sorgfältige Kostenplanung, die von realistischen Szenarien ausgeht, um unerwartete Kostenexplosionen, wie beispielsweise bei der Elbphilharmonie in Hamburg, zu vermeiden. „Theaterbauten und Konzertsäle sind komplexe Projekte, sind Kunstbehältnisse, die nur in engster Absprache mit jenen, die in ihnen arbeiten, zu realisieren sind“, so Klaus Zehelein, Präsident des Bühnenvereins, heute in München. „Auch darf für eine Renovierung oder einen Neubau der Kostenrahmen nicht zu niedrig kalkuliert werden, da die Erfahrung zeigt, dass leider oft genug unvorhergesehene Probleme auftauchen.“ Oft bieten vergleichbare Bauten in anderen Städten Anhaltspunkte für die voraussichtlichen Kosten des eigenen Bauvorhabens. Unverständlich ist es beispielsweise, dass die Stadt Bonn die Kosten für eine neue Konzerthalle mit 75 Millionen Euro berechnet, aber Pläne zugrunde legt, die vergleichbar mit Neubauten in Helsinki, Reykjavik oder Montreal sind und dort bis zu 200 Millionen Euro gekostet haben.

Ein Problem sieht der Bühnenverein in der meist notwendigen internationalen Ausschreibung für große Bauprojekte. Diese führt teilweise zu Bewerbungen von Firmen, bei denen es schwierig ist, zu überprüfen, ob sie über die notwendige Erfahrung für den Bau eines Theaters oder eines Konzertsaales verfügen. Vermieden werden muss ein ruinöser Wettbewerb, der zulasten der Qualität geht. Außerdem wirkt sich der Personalabbau im öffentlichen Dienst auch hier verhängnisvoll aus. Man kann aus Sicht des Bühnenvereins nicht die Stellen in den maßgeblichen öffentlichen Bereichen immer weiter reduzieren, zugleich aber erwarten, dass die zuständige Behörde zu einer sorgfältigen Kontrolle des Bauvorhabens in gleich bleibender Qualität in der Lage ist.
 

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