Pressemeldung

Schauspielhaus Wuppertal braucht eine Zukunft

Köln, 04.07.2013

Der Deutsche Bühnenverein hält es für inakzeptabel, die Zukunft des Schauspielhauses Wuppertal mit der letzten Vorstellung am vergangenen Wochenende zu besiegeln. „Dieses großartige Theatergebäude mit seiner historischen Bedeutung braucht eine Zukunft“, sagte der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, heute in Köln. Dazu ist es erforderlich, dass sich alle Beteiligten umgehend an einen Tisch setzen. Der Bühnenverein ist ausdrücklich bereit, sich an einem entsprechenden Diskurs zu beteiligen.

In Betracht kommt insbesondere, das Wuppertaler Schauspielhaus zukünftig als „Tanzzentrum Pina Bausch“ auszubauen. Dafür ist eine Renovierung des Hauses erforderlich, die in Kooperation zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Bund und der Stadt Wuppertal sichergestellt werden muss. Der Bund ist aus Sicht des Bühnenvereins gefordert, weil es sich beim Tanztheater Wuppertal um einen der herausragenden künstlerischen Leuchttürme der Bundesrepublik Deutschland handelt. Nach der Renovierung kann dann im Schauspielhaus Wuppertal das Tanztheater residieren. Dies sollte in der bisherigen Größenordnung erhalten bleiben, aber zunehmend auch neue Produktionen erarbeiten.

Aus Sicht des Bühnenvereins wäre eine weitere Perspektive für dieses „Tanzzentrum Pina Bausch“, dass das dortige Tanztheater die tanzkompanielosen Städte Köln und Bonn mitbespielt. Dies könnte in der Weise geschehen, dass dort auch Premieren der einzelnen Tanztheaterproduktionen stattfänden. Im Gegenzug würden sich die Städte Köln und Bonn an den laufenden Kosten des Tanztheaters beteiligen. Diese in NRW einmalige Kooperation wäre dann auch ein wesentlicher Grund für die öffentliche Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Mit Rücksicht auf Kostenreduzierungen, die mit der Schließung des Schauspielhauses verbunden sind, fordert der Bühnenverein die Stadt Wuppertal auf, das Schauspielensemble in Wuppertal um mindestens fünf Schauspieler aufzustocken. Die Kosten für eine entsprechende Aufstockung beliefen sich auf etwa 180.000 Euro. „Bei einem Gesamtetat von ca. 1 Milliarde Euro müsste sich die Stadt Wuppertal - bei allem Verständnis für den dortigen Sparzwang - eine solche Aufstockung des Ensembles leisten können“, fügte Bolwin seiner Erklärung hinzu.
 

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