Pressemeldung

Bühnenverein: Erwartungen nach der Wahl

Neuer Bundestag bei Theatern und Orchestern stärker gefordert

Köln, 18.09.2013

Vom zukünftigen Deutschen Bundestag erwartet der Deutsche Bühnenverein eine stärkere Berücksichtigung der Interessen der Theater und Orchester. „Es kann nicht sein, dass der Bund tatenlos zusieht, wie etwa in Sachsen-Anhalt die Theater in Halle, Dessau und Eisleben durch eine fehlerhafte Landespolitik und nicht ausreichende Finanzausstattung der Kommunen in ihrer Existenz bedroht werden,“ sagte Rolf Bolwin, Direktor des Bühnenvereins, heute in Köln. Es müsse endlich dafür Sorge getragen werden, dass die Kommunen so am Steueraufkommen beteiligt werden, dass sie für die Finanzierung ihrer kulturellen Einrichtungen genug Haushaltsmittel haben. „Dieses dauernde Gewürge an manchen Theater- und Orchesterstandorten um ausreichende öffentliche Gelder ist mittlerweile unerträglich und den Mitarbeitern der Betriebe nicht mehr zuzumuten“, fügte Bolwin hinzu.

Das Land Sachsen-Anhalt hat angekündigt, die Zuschüsse des Landes für die Theater und Orchester von zurzeit 36 Millionen Euro auf 29 Millionen Euro zurückzufahren. Die Trägerkommunen der genannten Theater und Orchester sind nicht in der Lage, die fehlenden Gelder aufzufangen. In Halle droht der Oberbürgermeister dem Theater sogar den Konkurs an.

Aus Sicht des Bühnenvereins ist der Bund auch hinsichtlich der Gestaltung der Rahmenbedingungen der Theater und Orchester mehr gefordert als je zuvor. Beim Urheber-, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht habe man trotz zahlreicher Interventionen seit Jahren die Interessen der Theater und Orchester bei der Gesetzgebung so gut wie nicht berücksichtigt. Auch die zunehmende Bedrohung durch wettbewerbsrechtliche Fragen habe man viel zu lange nicht ernst genug genommen. „Hier ist Handeln gefordert“, sagte Bolwin. Die gleichen Parteien, die in Sachsen-Anhalt die Regierung stellten und in der Kultur die Mittel kürzten, legten im Bundestag die Hände in den Schoß, wenn es für die Theater und Orchester um die Reduzierung ihres bürokratischen Aufwandes gehe.

 

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