Pressemeldung

Keine Abkoppelung der Orchestermusiker von den Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes

Köln, 01.10.2013

Der Deutsche Bühnenverein ist nach wie vor zur Anpassung der Vergütungen der Orchestermusiker an die Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes bereit. „Es ist gut, dass ab heute wieder darüber verhandelt wird“ sagte der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, heute in Berlin, wo die Tarifverhandlungen mit der Musikergewerkschaft, der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), stattfinden. In den vergangenen drei Jahren hat der Bühnenverein als Arbeitgeberverband der DOV mehrfach angeboten, die Tarifverhandlungen über die Vergütungsanpassung fortzusetzen. Die DOV hatte diese Verhandlungen 2010 abgebrochen, um die Anpassung vor dem Arbeitsgericht durchzusetzen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in der vergangenen Woche entschieden, dass ein entsprechender Rechtsanspruch der Musikergewerkschaft nicht besteht.

„Nun stehen wir allerdings vor schwierigen Verhandlungen“, äußerte Bolwin. Viele Orchesterträger könnten sich die von der DOV geforderten Nachzahlungen wegen der angespannten Haushaltslage der öffentlichen Hand nicht leisten. Außerdem habe das BAG bestätigt, dass man die Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes nicht einfach auf die Vergütungen der Orchestermusiker übertragen könne. Vielmehr müssten über das „Wie“ der Übertragung Tarifverhandlungen geführt werden. Das habe die DOV falsch eingeschätzt. „Die Gewerkschaft hat Jahre vertan und die Orchestermusiker im Regen stehen lassen“, so Bolwin.

Bei den Verhandlungen geht es aus Sicht des Bühnenvereins unter anderem darum, die Vergütungsstruktur der Orchester zu überprüfen. So könne man die Vergütungen eines A-Orchesters, also eines Orchesters in der höchsten Vergütungsgruppe, nicht einfach erhöhen, wenn es auf 68 Musiker verkleinert wurde und deshalb in eine niedrigere Vergütungsgruppe gehört. Außerdem seien die zahlreichen Haustarifverträge mit Gehaltsverzicht ein Indiz dafür, dass die Vergütungsstruktur nicht mehr stimme. „Es macht keinen Sinn, Lohnerhöhungen in der Fläche zu vereinbaren, die dann anschließend in Haustarifverträgen wieder gestrichen würden“, schloss Bolwin seine Erklärung ab.
 

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