Pressemeldung

Erneute Versuche zur Beilegung des Orchestertarifstreits

Köln, 26.11.2013

Nach der gestrigen Auseinandersetzung zwischen der Musikergewerkschaft DOV und dem Deutschen Bühnenverein über den Inhalt des Eckpunktepapiers vom 12. November 2013 versuchen beide Tarifpartner zurzeit eine Verständigung zu erzielen, um eine Fortsetzung der tariflichen Auseinandersetzung zu vermeiden. Dazu weist der Bühnenverein auf Folgendes hin:

1. Der Bühnenverein hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass die Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes auf die Vergütungen des künstlerischen Personals der Theater und Orchester zu übertragen sind. Das gilt selbstverständlich auch für die Vergütungen der Musikerinnen und Musiker.
2. Deshalb hat der Bühnenverein in den vergangenen fast vier Jahren den Mitgliedern empfohlen bzw. ihnen freigestellt, die Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes zu zahlen. Dem haben viele Orchester Folge geleistet.
3. Diese Empfehlung bzw. Freistellung war erforderlich, weil ein Tarifvertrag mit der DOV nicht zustande kam.
4. Ursache für das Ausbleiben des Tarifvertrags war ein von der DOV angestrengter Rechtsstreit vor dem Arbeitsgericht, mit dem das Ziel verfolgt wurde, die Lohnerhöhungen gerichtlich durchzusetzen. Während des Prozesses hat die DOV jegliche Flächentarifverhandlungen mit dem Bühnenverein abgelehnt, obwohl dieser mehrfach die DOV zu solchen Verhandlungen eingeladen hat.
5. Die Verhandlungen wurden sofort wieder aufgenommen, nachdem die DOV den angestrengten Rechtsstreit vor dem Bundesarbeitsgericht verloren hat.
6. Beide Tarifpartner sind sich in diesen Verhandlungen einig, dass die Vergütungsordnung mit den bisher ausgebliebenen Lohnsteigerungen zum 1. November 2013 in Kraft tritt.
7. Zu klären bleibt, welche Nachzahlungen für die Zeit vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Oktober 2013 gezahlt werden sollen. Hier gab es Missverständnisse über den Inhalt des Eckpunktepapiers. Diese Missverständnisse versuchen beide Tarifpartner zurzeit auszuräumen. Eine volle Nachzahlung als Regelfall scheidet jedenfalls für den Bühnenverein aufgrund der augenblicklichen finanziellen Situation der Theater und Orchester aus.

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