Deutscher Bühnenverein

Pressemeldung

„Ein zutiefst schockierender Vorgang!" Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon zur Verhaftung des russischen Theater- und Filmregisseurs Kirill Serebrennikov

Köln, 22.08.2017

Mit Bestürzung hat der Deutsche Bühnenverein die Verhaftung von Kirill Serebrennikov, Leiter des angesehenen Moskauer Gogol Zentrums und europaweit hochgeachteter und gefeierter Regisseur, zur Kenntnis genommen. Serebrennikov hatte die Theaterwelt in den letzten Jahren auch in Deutschland mit Aufsehen erregenden, künstlerisch profilierten Inszenierungen bereichert. Für den 22. Oktober ist an der Staatsoper Stuttgart die Premiere von Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel" geplant. „Ich bin wirklich in großer Sorge angesichts dieses zutiefst schockierenden Vorgangs", so Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon in einer ersten Reaktion. Khuon ist auch Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, wo Serebrennikov im Mai 2018 Boccaccios Decamerone" auf die Bühne bringen soll.

Laut Medienberichten steht Serebrennikov angeblich im Verdacht, staatliche Mittel in Höhe von 68 Millionen Rubel (knapp eine Million Euro) veruntreut zu haben - ein Vorwurf, den er mehrfach nachdrücklich zurückgewiesen hat. Bereits im Mai waren das Theater und auch Serebrennikovs Privatwohnung durchsucht worden. Seitdem war sein Pass eingezogen und er durfte nicht mehr ins Ausland reisen. „Mit dieser Verhaftung erreicht das Vorgehen der russischen Sicherheitskräfte gegen das Gogol Zentrum und Serebrennikov eine neue Eskalationsstufe", sagt Khuon. Er sprach die Erwartung aus, dass die Vorwürfe fair und sachgerecht geprüft werden und dass der Theater- und Filmregisseur bald wieder auf freien Fuß gesetzt wird. „Wir sind alle mit den Gedanken bei ihm und werden die weitere Entwicklung mit kritischer Aufmerksamkeit verfolgen."

 

 

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