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Pressemeldung

Neue Theaterstatistik des Bühnenvereins: Einspielergebnis der Theater und Kulturorchester im Aufwind

30.08.1999

Die öffentlichen und privaten Theater, die Kulturorchester und die Festspielunternehmen in der Bundesrepublik Deutschland können auch für die Spielzeit 1997/98 trotz erneut schlechter gewordener Rahmenbedingungen eine positive Bilanz ihrer Arbeit ziehen. Denn es ist ihnen gelungen, mit insgesamt 36.162.168 Theater- und Konzertbesuchern die hohe Zuschauerzahl aus der vorangegangenen Spielzeit (36.252.512) zu bestätigen, wie die soeben erschienene Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins ausweist. Einen beachtlichen Anteil hieran haben die 152 öffentlichen Theater und 55 Kulturorchester, die mit 20.680.199 bzw. 2.562.598 Zuschauern zusammen über 136.000 Besucher mehr verzeichnen konnten als in der Spielzeit 1996/97. Weiter im Aufwind befindet sich dementsprechend das Einspielergebnis der öffentlichen Theater (Anteil der Eigeneinnahmen am Gesamtetat). Es erreichte einen Höchststand und durchbrach mit 15,1% zum ersten Mal, seit die Theaterstatistik mit der Spielzeit 1990/91 die Daten für die gesamtdeutsche Theaterlandschaft erfaßt, die "15%-Marke". Dies entspricht einer Steigerung der Eigeneinnahmen um 28,5 Mio. Mark von 620,9 auf 648,4 Mio. Mark. Damit setzte sich der positive Trend der letzten Jahre unvermindert fort. Den Kasseneinnahmen der Theater wird also angesichts einer sich auch auf die Kultur nachteilig auswirkenden Krise der öffentlichen Finanzen immer mehr Bedeutung zugemessen. Denn der Betriebszuschuß der öffentlichen Hand blieb trotz erheblich gestiegener Kosten in seiner Gesamtheit mit ca. 3,64 Mrd. Mark (Spielzeit 1996/97: 3,61 Mrd. Mark) etwa konstant. Nachdenklich muß dagegen die Entwicklung des Personalbestandes stimmen. Allein in den öffentlichen Theatern wurden in der Spielzeit 1997/98 beinahe 500 Stellen abgebaut. Zu Beginn des Jahres 1998 waren insgesamt 40.178 Mitarbeiter an öffentlichen Bühnen beschäftigt. Das bedeutet, daß die Stadt- und Staatstheater einschließlich der Landesbühnen mittlerweile 11% weniger Personal als noch im Jahr 1993 (45.288) beschäftigen. Dies ist ein Trend, der sich dauerhaft ohne Substanzverlust nicht fortsetzen lassen wird. Im künstlerischen Bereich waren vor allem das Ballett und Tanztheater betroffen. Die Anzahl der Tänzerinnen und Tänzer sank von 1.887 in der Spielzeit 1992/93 auf 1.624 Personen in der Spielzeit 1997/98, was einem Abbau von 14% entspricht. Im Bereich der Privattheater sind die Besucherzahlen ebenfalls stabil. Nachdem in den vergangenen fünf Jahren - insbesondere durch den "Musicalboom" - die Zahl der Zuschauer von knapp 7,4 Mio. auf über 11,6 Mio. Zuschauer in der Spielzeit 1996/97 angestiegen war, gingen in der Spielzeit 1997/98 die Zahlen aufgrund von Zuschauerverlusten einzelner Musicalproduktionen leicht auf 11.431.059 Besucher zurück. Die 42 Festspielunternehmen (hierzu zählen z.B. die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth, die Ruhr-Festspiele in Recklinghausen oder auch die Freilichtfestspiele in Bad Hersfeld und die Domfestspiele in Bad Gandersheim) konnten in der Spielzeit 1997/98 insgesamt 1.488.312 Besucher verzeichnen (Spielzeit 1996/97: 1.503.233). Die 2.562.598 Konzertbesucher der Kulturorchester (Spielzeit 1996/97: 2.455.956) besuchten 5.303 Konzerte. Diesem Angebot hinzuzurechnen sind die 1.996 Konzertveranstaltungen der Theaterorchester mit 1.173.648 Besuchern (Spielzeit 1996/97: 1.114.445). Aus welchem Blickwinkel man letztlich die vorliegenden Zahlen auch immer betrachtet: Eines wird ganz deutlich, nämlich das ungebrochene Interesse der Besucher an "ihren" Theatern und Orchestern. Allein dieses sollte schon Grund genug sein, die einmalige Theater- und Orchesterlandschaft, wie wir sie in der Bundesrepublik Deutschland haben, zu erhalten.

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