Informationen zur Corona-Krise

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben das öffentliche Leben bis Mai erheblich eingeschränkt. Dazu gehörte auch die komplette Einstellung des Spielbetriebs der Theater und Orchester. Mit den fortgesetzten Lockerungen der Maßnahmen ändert sich nun die Situation für die Kulturbetriebe. Zwischen den Bundesländern gibt es zwar noch große Unterschiede, aber vielerorts können unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln wieder Kulturveranstaltungen stattfinden. Ob Open-Air-Konzerte mit Abstand zwischen den Sitzplätzen, Festspiele, die in unter freiem Himmel ein eingeschränktes Programm anbieten, kleinere Schauspiel-Formate im Stadtraum oder ausgedünnte Sitzreihen in den Sälen – mit kreativen Lösungen wird dem Publikum ein Theater- oder Musikerlebnis ermöglicht, auch wenn viele Landesbühnen sowie Stadt- und Staatstheater die Spielzeit 2019/2020 offiziell beendet haben.

Als Branchenverband hat der Bühnenverein in den letzten Wochen im Dialog mit Bund, Ländern, dem Deutschen Städtetag und Verbänden wie dem Deutschen Kulturrat und unserem europäischen Dachverband Pearle* an der Erarbeitung von Lösungen mitgewirkt. Dazu gehören die Einführung der Kurzarbeit zum Schutz der Arbeitsplätze auch im öffentlichen Theatersystem, die Unterstützung für Hilfsprogramme von Bund und Ländern sowie die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen und Arbeitsschutzstandards für den Proben- und Arbeitsbetrieb in Theatern und Orchestern zusammen mit der Politik und der gesetzlichen Unfallversicherung. Das Eckpunktepapier der Kulturminister*innen der Länder und der Bundesbeaufragten für Kultur und Medien, an dessen Erarbeitung der Bühnenverein mitgewirkt hat, ist dabei eine Richtschnur für die Wiederaufnahme des Theater- und Orchesterbetriebs. Es kann hier heruntergeladen werden.

Wir beobachten die Theater- und Orchesterszene und haben an dieser Stelle aktuelle Informationen zusammengetragen, stellen Regelwerke und Hintergrundpapiere zur Verfügung und verlinken die jeweiligen Behörden der Länder und des Bundes, auf deren Seiten Informationen zu den Regelungen vor Ort zu finden sind.

Selbstverständlich steht der Deutsche Bühnenverein seinen Mitgliedern, der Presse und der Öffentlichkeit bei Rückfragen zur aktuellen Situation zur Verfügung. Die Hauptgeschäftsstelle erreichen Sie unter verres@buehnenverein.de. Für Presseanfragen wenden Sie sich bitte an pr@buehnenverein.de.

Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern

Am 4. Juni hat die Bundesregierung ein umfangreiches Konjunkturpaket vorgestellt. Darin sind für den Kulturbereich Hilfsmaßnahmen in einem Umfang von einer Milliarde Euro vorgesehen. Auch von indirekten Maßnahmen, wie der Unterstützung der Kommunen, die den größten Anteil an den öffentlichen Kulturausgaben schultern, profitieren die Theater und Orchester. In einem ersten Hilfspaket, dass am 23. März vorgestellt wurde, hatte die Bundesregierung bereits Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen und Solo-Selbstständigen verabschiedet. Daneben gibt es teilweise ergänzende Programme der Bundesländer, die auch Unternehmen der Kulturbranche und freiberuflichen Künstler*innen zu Gute kommen sollen. An dieser Stelle sammeln wir weiterführende Links zu den Maßnahmen von Bund und Ländern.

Von den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus sind alle betroffen, auch die Mitgliedstheater und -orchester des Deutschen Bühnenvereins. Dabei geht es nicht nur um den Verlust von Eigeneinnahmen während der spielfreien Zeit, sondern auch um Gastverträge, die an vielen Häusern im Sinne der freiberuflich Beschäftigten weiterlaufen, und weitere Kosten die durch die Absage von Produktionen entstehen. Die Belastungen durch die Corona-Krise können die Theater und Orchester nicht alleine stemmen. In der notwendigen öffentlichen Debatte über die Kosten der Maßnahmen gegen das Virus ist der Deutsche Bühnenverein im aktiven Austausch. 

Bund

Am 23. März 2020 hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket ("Corona-Schutzschild") beschlossen, das umfangreiche Hilfen für Unternehmen und Solo-Selbstständige vorsieht:

  • Betriebsmittelzuschüsse für Kleinunternehmen sowie Solo-Selbstständige

  • Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung nach ALG II, u.a. durch Wegfall der Rücklagenanrechnung, bis September. Damit stehen diese Maßnahmen auch vielen freiberuflichen Künstler*innen zur Verfügung, die bisher kein ALG II beantragen konnten.

  • Verbot von  Kündigungen von gewerblichen Mieträumen auf Grund von Mietschulden. Außerdem wurden Vorschriften im Insolvenzrecht gelockert.

  • Die Abgaben zur Künstlersozialversicherung sollen unkompliziert der aktuellen Einkommenserwartung angepasst werden können. Bei abgabepflichtigen Unternehmen können die monatlichen Vorauszahlungen reduziert werden. 

Informationen der Staatsministerin für Kultur und Medien mit den Maßnahmen für Künstler*innen und Kreative im Überblick

 

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Bremen

 

Hamburg

 

Hessen

 

 

Mecklenburg-Vorpommern

 

Niedersachsen

 

Nordrhein-Westfalen

 

Rheinland-Pfalz

 

Saarland

 

Sachsen

 

Sachsen-Anhalt

 

Schleswig-Holstein

 

Thüringen

 

 

 

 

Solidaritätsaktionen und weitere Initiativen

Die Solidarität in der Theater- und Orchesterlandschaft ist während der Krise groß. Neben der medialen Aufmerksamkeit für kleine Kulturbetriebe und Freiberufler*innen gibt es auch konkrete Unterstützungsaktionen. Die hier aufgeführten Aktionen sind natürlich nicht die einzigen, täglich kommen neue Zeichen der Solidarität und Spendenmöglichkeiten hinzu. Eine vollständige Auflistung ist daher nicht möglich.

 

Aktionsbündnis Darstellende Künste

Das Aktionsbündnis Darstellende Künste ist ein informeller Zusammenschluss von Verbänden und Organisationen der Theaterbranche. Auf Initiative des Ensemble Netzwerks haben einige davon eine Spendenaktion für freiberufliche und solo-selbstständige Theaterschaffende gestartet. Mit den Spendengeldern werden 500 Euro Soforthilfe für Miete und andere Fixkosten finanziert.
Gespendet werden kann über die Plattform betterplace.org. Dort finden sich auch alle Informationen zur Aktion und alle beteiligten Organisationen, über die die Soforthilfe auch beantragt werden kann.

Link zur Spendenaktion und Antragsmöglichkeiten

 

 

Nothilfefonds der deutschen Orchesterstiftung

Durch zahlreiche Spenden ist der Nothilfefonds der Deutschen Orchesterstiftung bereits auf über 500.000 Euro angewachsen. Aus dem Fonds sollen freiberuflichen Musiker*innen, deren Einkommen weggebrochen ist, bis zu 500 Euro Nothilfe gezahlt werden. Die Schirmherrschaft für die Aktion hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko übernommen.

Mehr Informationen und Antragsmöglichkeiten

 

#handforahand

Freie Bühnen- und Tontechniker*innen, Beleuchter*innen, Stage Hands und Veranstaltungshelfer*innen gehören zu den am meisten von Veranstaltungsabsagen betroffenen Gruppen, da sie oft auf Honorarbasis und nur nach erbrachter Leistung bezahlt werden. Häufig fallen sie auch bei den staatlichen Nothilfeprogramm durch's Raster. Die Junge Literaturvermittlung Köln e.V. hat zur Unterstützung dieser Berufsgruppen einen privaten Soildaritätsfonds ins Leben gerufen. Über die Vergabe entscheidet ein unabhängiges Gremium.

Informationen zum Solidaritätsfonds #handforahand und Antragstellung

Fonds Darstellende Künste

Unter dem Titel #takecare hat der Fonds Darstellende Künste seine Initialförderung an die aktuelle Situation angepasst. Freischaffenden darstellenden Künstler*innen soll so eine Alternative für ausgefallene Produktionen geboten werden, hierfür sind Nachweise erforderlich. Antragsteller*innen müssen in den letzten zehn Jahren künstlerisch in einer vom Fonds geförderten Produktion mitgewirkt haben. Beantragt werden können bis zu 5.000 Euro. 

Informationen zum #takecare-Förderung

 

Erreichbarkeit des Deutschen Bühnenvereins

Aufgrund der allgemeinen Risikolage ist der operative Präsenzbetrieb der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Bühnenvereins eingeschränkt. Alle Mitarbeiter*innen sind über ihre Mailadressen zu erreichen. Die einzelnen Ansprechpartner*innen finden Sie auf der Seite Kontakt und Team. Die Geschäftsstelle ist über die allgemeine Durchwahl 0221 – 208212-0 zu den Geschäftszeiten erreichbar.

Telefonzentrale
0221 – 208212-0
Montag bis Donnerstag: 9.00 - 17.00 Uhr
Freitag: 9.00 - 15.30 Uhr

 

 

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Aktuelles

4. Juni
Die Große Koalition beschließt Konjunkturmaßnahmen mit Hilfen für den Kulturbetrieb
Pressemeldung der Staatsministerin für Kultur und Medien mit konkreten Maßnahmen
Link

 

20. Mai
Kultur-MK und BKM legen Eckpunkte für Öffnungsstrategien weiterer kultureller Einrichtungen vor
Papier mit „Eckpunkten für Öffnungsstrategien“ zum Download
Link

 

19. Mai
Deutscher Bühnenverein bewertet Ergebnisse der Zusammenarbeit im Bemühen um die Theater- und Orchesterlandschaft als positiv
Pressemeldung des Deutschen Bühnenvereins zur Wiederöffnung und Verschiebung der Jahreshauptversammlung
Link

 

24. April
Kulanz, Kurzarbeit und das abstandssichere Theater - Öffnungs-Szenarien dringend gesucht
Interview mit Marc Grandmontagne, geschäftsführender Direktor des Bühnenvereins
Link

 

23. April
Deutscher Bühnenverein fordert klare Perspektiven für Theater und Orchester
Pressemeldung des Deutschen Bühnenvereins zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur
Link

 

8. April
Tickets von Kulturveranstaltungen - Gutscheinlösung heute im Kabinett verabschiedet
Pressemitteilung des Deutschen Kulturrats:
„Vorgesehen ist, dass Veranstalter den Eintrittspreis von bereits gekauften Tickets von Kulturveranstaltungen nicht zurückerstatten, sondern stattdessen einen Gutschein aushändigen.“
Link

 

30. März
In den Bundesländern ist die Beantragung der Corona-Soforthilfen möglich
Informationen zur Antragsstellung finden Sie unter Maßnahmen von Bund und Ländern

 

23. März
Bundesregierung beschließt Soforthilfe - Grütters: „Rettungsschirm für den Kulturbereich"
Pressemittteilung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters
Link

 

20. März
Der Corona-Shutdown und die Folgen
Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon im Gespräch mit nachtkritik.de
Link

 

12. März
Deutscher Bühnenverein ruft zu Solidarität auf
Pressemeldung des Deutschen Bühnenvereins zu den aktuellen Entwicklungen und notwendigen Unterstützungsmaßnahmen für den Kulturbetrieb
Link

 

10. März
Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon und der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, über die Auswirkungen des Corona-Virus auf den Kulturbetrieb
Gespräche im Kulturmagazin FAZIT, Deutschlandfunk Kultur
Link

 

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