Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes
Halle an der Saale, 11. Dezember 2025
Kulturstiftung des Bundes stellt 16 Millionen Euro für kulturelle Zukunftsvorhaben und lokales Engagement bereit
Der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat neue Förderungen aus dem Etat der Stiftung bewilligt: Sie stellt für die nächsten Jahre bundesweit 16 Millionen Euro zur Verfügung, damit Kultureinrichtungen in großen und kleinen Städten sowie ländlichen Räumen sich mit Zukunftskonzepten anders aufstellen, das soziale Miteinander stärken oder sich für neue Publikumsgruppen öffnen können.
- Mit dem Programm Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen widmet sich die Kulturstiftung des Bundes zentralen Fragen zur Zukunft von Kultureinrichtungen: Welche Rolle spielen Kulturinstitutionen in der Gesellschaft der kommenden Jahre? Wie können sie künstlerisch herausragend arbeiten und gleichzeitig gemeinwohlorientierter, zugänglicher und resilienter werden? Das Programm ist ein Labor für grundlegende Innovationsprozesse: Seit 2025 entwickeln mehr als fünfzig Kultureinrichtungen und Verwaltungen in über 30 Großstädten Konzepte, wie ihre Häuser in fünf bis zehn Jahren arbeiten und wirken sollen. Dabei werden Themen der Stadtgesellschaft, das Selbstverständnis der Einrichtungen und ihre Programme betrachtet; an manchen Orten bieten anstehende Bau- und Sanierungsprojekte die Gelegenheit, Arbeitsstrukturen neu zu gestalten.
Mit ihrem Förderprogramm »Übermorgen« will die Stiftung innovative Ansätze für die Transformation von Kultureinrichtungen erproben und eine bundesweite Debatte über die Zukunft von Kulturinstitutionen anregen. Nach erfolgreichem Programmstart bringt die Kulturstiftung des Bundes nun die zweite Phase auf den Weg: Von 2027 bis 2031 stehen bis zu 10 Millionen Euro zur Verfügung, um maximal zwanzig wegweisende Zukunftskonzepte umzusetzen. Auch Einrichtungen und Verbünde, die bisher noch nicht Teil des Programms waren, können Anträge einreichen. Die Ausschreibung der neuen Phase beginnt im Herbst 2026, eine internationale Fachjury entscheidet über die Vergabe von jeweils bis zu 600.000 Euro. Die Stiftung ergänzt die Förderung durch bundesweite öffentliche Veranstaltungen und einen europäischen Kongress 2029. Weitere Informationen veröffentlicht das Programmbüro Übermorgen Anfang 2026.
- Kulturakteure in Städten und Gemeinden unter 100.000 Einwohnern stärkt die Kulturstiftung des Bundes mit dem Programm LOKAL - Programm für Kultur und Engagement, das sie gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und der Europea0n Cultural Foundation durchführt. Dort entwickeln etwa Kulturvereine, Volkstheater oder Bürgerstiftungen mit neuen Partnern – wie Schustern, Fußballclubs oder dem Verein der Landfrauen – künstlerische Projekte und tragen so zu einem sozialen Miteinander bei. 13 dieser lokalen Netzwerke werden bereits seit diesem Jahr gefördert. Aufgrund der großen Nachfrage und der zunehmenden Herausforderungen in ländlichen Räumen – wie Abwanderung junger Menschen, fehlende Infrastruktur und wachsender Druck auf lokale Kulturorte – erhöht die Kulturstiftung des Bundes die Mittel für die zweite Antragsrunde um 2,5 Millionen Euro auf insgesamt 5,52 Millionen Euro. Damit können in dieser Runde von 2026 bis 2031 bis zu 27 lokale Netzwerke mit jeweils 200.000 bis 240.000 Euro gefördert werden, mehr als doppelt so viele wie ursprünglich geplant.
Anträge können bis zum 31. März 2026 eingereicht werden. Hierzu bietet die Kulturstiftung digitale Beratungstermine sowie Antragswerkstätten an vier Orten in Deutschland im Januar und Februar 2026 an. Die im Programm »LOKAL« Geförderten erhalten außerdem in Akademien eine fachliche Qualifikation durch die John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie (JoDDiD) sowie die Möglichkeit zur Vernetzung durch europäische Austauschtreffen und Partnerprojekte.
- Im Rahmen ihrer Kulturellen Leuchttürme unterstützt die Kulturstiftung des Bundes zudem das Vermittlungsprogramm der documenta 16 in den Jahren 2026 und 2027 mit 3,5 Millionen Euro. Internationale Großveranstaltungen der zeitgenössischen Kunst müssen den Bedürfnissen einer globalen Öffentlichkeit durch systematische und intensive Vermittlungsangebote Rechnung tragen. Die künstlerische Leitung der kommenden documenta liegt bei Naomi Beckwith, die über weitreichende internationale Museumserfahrung verfügt und dem Bereich Vermittlung eine hohe Relevanz einräumt. Mit Romi Crawford ist die Expertise für Vermittlung nun auch auf der Leitungsebene verankert. Sie hat der Kulturstiftung des Bundes ein umfassendes Vermittlungskonzept vorgelegt, das nun vom Stiftungsrat zur Förderung bewilligt wurde. Weitere Informationen wird die documenta 16 rechtzeitig veröffentlichen.
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