Newsletter Mai 2026

Neue NV Bühne-Musterarbeitsverträge für Mitglieder

Liebe Leser:innen,

zum 30. Juni tritt der NV Bühne nach der Kündigung durch die GDBA und BFFS gegenüber den beiden Gewerkschaften außer Kraft. Ab dem 1. Juli können Arbeitgebende damit vom NV Bühne abweichende Verträge abschließen. Der Bühnenverein stellt seinen Mitgliedern Muster-Arbeitsverträge zur Verfügung und empfiehlt sie für Vertragsabschlüsse ab Juli 2026. Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Bühnenvereins, erklärt: »Der Abschluss im NV Bühne aus 2025 hat die Theater vor große Herausforderungen gestellt. Wir nehmen die Kündigung durch die beiden Gewerkschaften GDBA und BFFS zum Anlass, an Punkten nachzubessern, die sich nicht adäquat in die Praxis der Betriebe übertragen lassen, sondern die Abläufe hemmen. Mit den aktualisierten Musterverträgen tragen wir dem Interesse unserer Mitglieder Rechnung. Die neuen Regelungen entsprechen den Positionen, für die wir uns in den Verhandlungen stark machen.«

Finanzielle Krisen sind nicht das einzige, das Theater in Deutschland aktuell bewegt: »Wir befinden uns in einem existenziellen Aushandlungsmoment zur Bedeutung von Kunst in unserem demokratischen und menschlichen Miteinander.« So umreißt Kathrin Mädler, Intendantin am Theater Oberhausen und Vizepräsidentin des Bühnenvereins, die aktuelle Lage der Kunstfreiheit in ihrer Dankesrede bei der Verleihung des Theaterpreis des Bundes, mit dem das Theater Oberhausen in der Kategorie Stadt- und Staatstheater und Landesbühnen ausgezeichnet wurde. »Ich möchte gerne daran glauben, dass die Verengung dieses Raumes, die wir gerade beobachten, nur ein Irrlichtern ist und nicht ein Austesten neuer Grenzen von Kunst- und Meinungsfreiheit«, ergänzt sie.

Ein Lesetipp zum Thema: Christoph Möllers, Rechtswissenschaftler der Humboldt-Universität Berlin, beschäftigt sich in zwei neuen Büchern mit der Kunstfreiheit. In der Süddeutschen Zeitung beschreibt er, warum Kunst nicht neutral sein muss und welche Bedeutung er in ihr sieht: »Wir verlernen so langsam diesen Sprechakt, zu sagen: Das ist falsch und schlimm, aber wir erlauben trotzdem, dass es gesagt wird.« Für Möllers ist Kunstfreiheit nichts für Verbissene und stattdessen von Dialektik geprägt: »Kunst wird darin relevant, dass sie irrelevant sein darf, ohne irrelevant sein zu müssen.«

Kulturfinanzierung und die Freiheit der Kunst werden auch die großen Themen sein, denen sich die Mitglieder des Bühnenvereins bei der Jahrestagung vom 11. bis 13. Juni in Berlin widmen. Jutta Allmendinger, Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung, wird in einem Eröffnungsimpuls die sozialpolitische Verantwortung von Kulturpolitik und den Theaterleitungen in den Blick nehmen. Wie rechtsautoritäre Populisten in demokratische Institutionen einfallen und warum sie dabei die Kultur ins Fadenkreuz nehmen, erörtert Maxmilian Steinbeis, Jurist und Journalist, zum Abschluss der Tagung.
In Workshops tauschen sich die rund 300 Intendant:innen und Verwaltungsdirektor:innen sowie Kulturpolitiker:innen und Vertreter:innen der Kulturverwaltungen am Berliner Ensemble und im Deutschen Theater im Juni unter anderem zum Zukunftspakt Bühne, zu Krisenkommunikation sowie zu Sanierungen von Theaterbauten aus.

Wir freuen uns auf die Begegnungen.

Herzliche Grüße 


Marion Troja und das Team Kommunikation 

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