Newsletter März 2026
Liebe Leser:innen,
wir stehen vor der nächsten Verhandlungsrunde zum NV Bühne. Zur Ausgangslage: Die Künstler:innen-Gewerkschaften GDBA und BFFS haben zum 30. Juni 2026 den Tarifvertrag erneut gekündigt. Der Bühnenverein verhandelt weiter, besonders vor dem Hintergrund des noch einmal enorm gestiegenen Spardrucks in den öffentlichen Haushalten und damit auch auf die Theater. Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Bühnenvereins, erklärt: »In den Verhandlungen sind uns folgende Dinge wichtig: Die Theaterlandschaft bundesweit zu erhalten, dafür zu sorgen, dass die Betriebe gut arbeiten und Kunst auf die Bühne bringen können und dass die Theater gute Arbeitgebende sind.« Um was es in der nächsten Runde gehen wird, haben wir in diesen Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.
Eine Debatte über Provokation im Theater hat der Zwischenfall bei der Premiere von »Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten« am Schauspielhaus Bochum ausgelöst. Zuschauer:innen hatten mit Buhrufen den finalen Monolog von Schauspieler Ole Lagerpusch gestört und ihn wegen eines radikalen Faschisten-Monologs von der Bühne gezerrt. Anlass für Bühnenvereinsvizepräsidentin Kathrin Mädler, im Interview mit der WELT auf die gesellschaftliche Relevanz von Theater und auf eine große Erregungsbereitschaft der Menschen hinzuweisen – die sich auch in den Häusern spiegele.
Auf die Frage, ob sich die Städte in Deutschland den Luxus Theater noch leisten können, antwortet Kathrin Mädler: »Da muss ich erst einmal widersprechen: Es ist kein Luxus! Es braucht in der Kulturpolitik ein anderes Sprechen und eine andere Form der Bewertung. Theater und Kunst sind elementar als Orte, an denen Gemeinschaft gebildet wird; als Orte, die die Fähigkeit vermitteln, miteinander zu reden und auszukommen. In Verbindung zu bleiben. Theater und Kunst sind auch elementar für ein großzügiges, ermutigendes, empathisches Menschenbild. Wenn wir das als Luxus wahrnehmen, bewegen wir uns in eine Gesellschaft, in der wir nicht mehr leben möchten.«
Um die Wertschätzung und Freiheit der Kunst geht es auch Bühnenvereinspräsident Carsten Brosda in seinem Statement zur Diskussion um die Intendantin der Berlinale. Ein Festival sei immer ein Ort, an dem nicht nur ästhetische, sondern auch politische Fragen kontrovers debattiert werden, erklärt Brosda. Das zu fördern, sei Ausdruck liberaler Gesellschaftsordnungen. »Freiheit bedeutet schließlich auch die Freiheit zum öffentlichen Widerspruch. Sie beruht geradezu darauf, denn aus diesem Widerspruch entstehen Diskurs, Verständigung und Aufklärung. Daran wachsen Demokratien. Wenn Staat und Regierung diesen bisweilen anstrengenden Prozess nicht ertragen, beschädigen sie nicht nur nachhaltig die Kunstfreiheit, sondern auch den demokratischen Grundkonsens.«
Auch der Kulturrat, zu dessen Mitgliedern der Deutsche Bühnenverein zählt, hat Stellung bezogen zur Berlinale und ihrer zukünftigen Ausrichtung. Geschäftsführer Olaf Zimmermann erklärte: »Die Äußerungen von Abdallah Alkhatib während der Berlinale-Preisverleihung werden von uns ausdrücklich nicht geteilt, sind aber von der grundgesetzlichen gesicherten Meinungsfreiheit gedeckt. Zum Wesen der Kunst gehört auch das Ausloten der Grenzen des Sagbaren, das müssen wir aushalten, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist.«
Ob als Arbeitgeberverband oder kulturpolitische Stimme – als Bühnenverein mischen wir uns ein und gestalten mit.
Frühlingshafte Grüße von Marion Troja und dem Team Kommunikation
- Fragen und Antworten zum NV Bühne
- Der Deutsche Städtetag empfiehlt seinen Mitgliedern unseren Zukunftspakt Bühne
- Kultur macht stark! Fachjury entscheidet über Förderungen
- Am 23. Mai ist Ehrentag: Jetzt Förderung beantragen!
- Neues Themenheft der DEUTSCHEN BÜHNE
- Forum »Klimabilanzierung und Kreislaufwirtschaft« am 23. und 24. März in Köln
- Neue Mitglieder im Bühnenverein