Newsletter Juni 2026

Liebe Leser:innen,

wir wollen die Bühnen als Orte der freien Kunst stärken und sichern. Mit welchen Strategien, das wird ein zentrales Thema der Jahrestagung sein, zu der sich unsere Mitglieder vom 11. bis 13. Juni im Berliner Ensemble und Deutschen Theater treffen.
 
»Gesellschaftlich und politisch mehren sich die Fälle, in denen künstlerische Räume verengt werden, weil inhaltliche Positionen nicht aushaltbar erscheinen oder weil die Mittel knapper werden. Dass Förderentscheidungen nicht mehr nur rein künstlerisch begründet werden, sorgt ebenso für große Verunsicherung wie der Ausblick auf die Landtagswahlen im Herbst, bei denen Kräfte erfolgreich sein könnten, die bereits ankündigen, inhaltlich Einfluss auf die Kultur nehmen zu wollen«, erläutert Bühnenvereinspräsident Carsten Brosda im Vorfeld des Treffens der rund 300 Theaterleitungen, Kulturpolitiker:innen und Vertreter:innen der Kulturverwaltungen.
 
Zum Auftakt spricht am kommenden Donnerstag die Soziologin Prof. Jutta Allmendinger über Veränderungsdruck und Gemeinwohl. Die langjährige Präsidentin des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin möchte die Mitglieder ermutigen, sich stark zu machen für die Bühnen und für ihre Bedeutung, wenn es um Demokratie und Kunst-, Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit in Deutschland geht. Im Bühnenvereins-Podcast »Zur Sache!« führt Jutta Allmendinger aus, dass es dabei noch Spielraum gebe – auch in Zeiten, in denen die wirtschaftliche Lage Veränderungen erfordere.
 
Jurist, Journalist und Verfassungsbloggründer Maximilian Steinbeis wendet sich mit einem Appell an die Theaterleitungen und Menschen in kulturpolitischer Verantwortung: »Der Schutz der Grundrechte ist notwendig und unperfekt zugleich. Es ist eine Illusion, dass Kunstfreiheit vor Missbrauch durch politischen Einfluss rechtlich verhindert werden kann.« Er fordert daher, von der Kunstfreiheit aktiv Gebrauch zu machen, sie zu behaupten und gemeinsam Haltung zu zeigen. Er wird am Abschlusstag im Deutschen Theater nach seinem Vortrag mit Kathrin Mädler, Vizepräsidentin des Bühnenvereins und Intendantin am Theater Oberhausen, ins Gespräch kommen.
 
Für den Bühnenverein als Arbeitgeber- und Interessensverband der Theater und Orchester, mit mehr als 670 Mitgliedern einer der größten Theaterverbände weltweit, stehen neben kulturpolitischen Themen tarifrechtliche Veränderungen im Fokus der Tagung. Geschäftsführende Direktorin Claudia Schmitz erklärt: »Der Abschluss im NV Bühne aus 2025 hat die Theater vor große Herausforderungen gestellt. Wir nehmen die Kündigung durch die beiden Gewerkschaften GDBA und BFFS zum Anlass, an Punkten nachzubessern, die sich nicht adäquat in die Praxis der Betriebe übertragen lassen, sondern die Abläufe hemmen. Gerade in der angespannten finanziellen Situation brauchen die Theater Rahmenbedingungen, unter denen sie kreativ arbeiten und gleichsam die Arbeitsplätze der mehr als 42 000 Beschäftigten sichern können.«
 
Wir werden auf unserer Webseite und über unsere Social-Media-Kanäle über die Tagung aktuell berichten. Bleiben Sie dran!
 
Herzliche Grüße

Marion Troja
und das Team Kommunikation

  • Neuauflage von »Berufe am Theater«
  • Podcast: Verändern ist möglich – mit Jutta Allmendinger
  • Jetzt bewerben: Weiterbildung zum Theatermanagement an der LMU
  • 71. PEARLE*-Konferenz: Mitgliederversammlung in Helsinki
  • Körber Studio Junge Regie
  • Konferenz der Ballett- und Tanztheaterdirektor:innen
  • Deutscher Orchestertag in Berlin
  • Entgelttransparenz-Richtlinie der Europäischen Union