Puppenspieler:in
Puppenspieler:innen erwecken Marionetten, Handpuppen oder Schattenfiguren zum Leben und eröffnen ihrem Publikum mit ihren Figuren ganz eigene Welten. Sie verbinden dabei Spiel, Sprache, Bewegung und häufig auch Gesang oder Performance. Der facettenreiche Beruf erfordert handwerkliches Geschick, da Puppenspieler:innen ihre Figuren häufig selbst entwerfen und bauen.
Im zeitgenössischen Figurentheater fließen die Darstellende Kunst und die Bildende Kunst zusammen. Produktionen reichen vom Marionettenspiel und Handpuppentheater bis hin zum Tanztheater und in die Performance.
Wie sieht der Berufsalltag von Puppenspieler:innen aus?
Zum Beruf Puppenspieler:in gehören neben dem eigentlichen Spiel auch Probenarbeit, Rollenentwicklung, Improvisation sowie die Zusammenarbeit mit Regie, Bühne, Kostüm, Licht und Ton. Der Arbeitsalltag von Puppenspieler:innen ist daher stark proben- und produktionsbezogen organisiert.
An Theatern beginnt die Arbeit häufig mit Konzeptionsproben, in denen Figuren, Bewegungsabläufe, Sprache, Rhythmus und Spielweisen entwickelt werden. Je nach Produktion arbeiten Puppenspieler:innen sichtbar auf der Bühne oder verdeckt hinter Bühnenkonstruktionen. In vielen Produktionen wirken sie außerdem an Konzeption, Figurenbau oder dramaturgischer Entwicklung mit.
Je nach Theater wird auf Probebühnen oder direkt auf der Hauptbühne geprobt. Vor Aufführungen erfolgen technische Durchläufe mit Licht-, Ton- und Bühnentechnik. Vorstellungen werden überwiegend am Nachmittag oder Abend gespielt. Im Theater für Junges Publikum sind auch Vormittags-Vorstellung für Kinder und Jugendliche oder Schulklassen üblich. Gastspiele an verschiedenen Orten, Festivals und Tourneen gehören insbesondere in der freien Szene regelmäßig zum Berufsalltag.
Welche Aufgaben haben Puppenspieler:innen?
- Spiel: Führung von Puppen mittels Schnüren (Marionetten), Stäben oder direkt mit den Händen. Dazu kommt das Sprechen der Rollen und das Synchronisieren von Stimme und Bewegung.
- Technik: Kenntnisse unterschiedlicher Figurentypen wie Marionetten, Handpuppen, Stockpuppen, Klappmaulpuppen, Masken oder Objekte.
- Figurenbau & Kostüme: Entwurf, Bau und Reparatur der Puppen (zum Beispiel aus Holz, Schaumstoff oder Pappmaché).
- Inszenierung: Erarbeitung von Texten, Lichtdesign, Regie und Bühnenbild.
Wie wird man Puppenspieler:in?
Es gibt viele Wege Puppenspieler:in zu werden: Neben einem Studium an Kunsthochschulen bieten auch Weiterbildungsstätten figurentheaterspezifische Qualifizierungen an. Außerdem ist es an vielen Bühnen möglich, ein Praktikum oder Freiwilliges Kulturelles Jahr zu absolvieren und so in Berührung mit Puppenspiel zu kommen.
Das sollte man mitbringen:
- Spaß und Kreativität im Umgang mit Materialien und Figuren
- Ausgeprägte Körperkoordination und Bewegungspräzision
- Stimmliche Ausdrucksfähigkeit
- Fähigkeit zur Figurenanimation
- Schauspielerische Grundlagen
- Räumliches und rhythmisches Verständnis
- Teamfähigkeit in Proben- und Ensemblearbeit
- Fähigkeit zu konzentrierter Detailarbeit
Ausbildung oder Studium: Figurentheater
Für Puppenspielkunst oder Figurentheater gibt es verschiedene Studiengänge. Im Studium lernen die Studierenden sowohl handwerkliche Grundlagen in Spiel- und Animationstechnik als auch den Raum, die eigene Kreativität und individuelle künstlerische Sprache zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen das Spiel mit Objekt, Material und Figur als auch die Gestaltung und der Figurenbau. Aufgrund begrenzter Studienplätze erfolgt die Aufnahme in der Regel über Eignungsprüfungen.
Bachelor- oder Diplom-Studiengänge dauern zwischen 3-4 Jahre. Weiterführende Masterstudiengänge können eigene Schwerpunkte wie beispielsweise »Regie für Figurentheater« ergänzen. Auch berufsbegleitende Weiterbildungen im Bereich Figurentheater sind möglich.
Absolvent:innen stehen verschiedene Wege in den Berufseinstieg offen, sowohl freiberuflich als auch festangestellt. Für den Einstieg in den Beruf ist es hilfreich, sich bereits während des Studiums mit (internationalen) Künstler:innen der Figurentheaterszene, Festivals, Puppentheatern und Schauspielhäusern zu vernetzen. Ein typischer Berufseinstieg erfolgt über Hochschulproduktionen, Gastengagements, freie Gruppen oder Assistenzen an Theatern.
Weiterführende Links
Quellen
Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.