Regieassistenz
Regieassistent:innen unterstützen Regisseur:innen oder Regieteams bei der organisatorischen und künstlerischen Umsetzung von Theater-, Opern- oder Musiktheaterproduktionen. Sie koordinieren Probenabläufe, dokumentieren Regieanweisungen und fungieren als Schnittstelle zwischen Regie, Ensemble, Technik, Dramaturgie und Inspizienz. Während der Proben führen sie Regiebücher, erstellen Ablauf- und Probenpläne und sorgen dafür, dass Änderungen an alle beteiligten Abteilungen kommuniziert werden.
An vielen Theatern übernehmen Regieassistenzen zusätzlich Abendspielleitungen oder betreuen Wiederaufnahmen bestehender Inszenierungen. In Opern- und Orchesterproduktionen arbeiten Regieassistent:innen häufig mit der musikalischen Leitung und Chordirektion eng zusammen.
Wie sieht der Alltag von Regieassistenzen aus?
Die tägliche Arbeit und Aufgaben von Regieassistent:innen orientieren sich an dem Produktions- und Probenbetrieb eines Theaters oder Opernhauses. Zu Beginn einer Produktion organisieren sie Probenpläne in Abstimmung mit Regie, Disposition und künstlerischem Betriebsbüro. Während der Proben protokollieren sie Regieanweisungen, Änderungen in Szenenabläufen sowie technische Anforderungen im Regiebuch der Inszenierung. Sie koordinieren Termine mit Ensemblemitgliedern, Technik, Kostüm, Maske und Bühnenbild und stellen sicher, dass aktuelle Informationen an alle beteiligten Abteilungen weitergegeben werden.
Während szenischer Proben begleiten Regieassistent:innen die tägliche Arbeit im Probenraum und bereiten Proben organisatorisch vor. In Opern- und Musiktheaterproduktionen gehört zusätzlich die Abstimmung mit Dirigent:innen, Korrepetitor:innen und Chören zum Arbeitsalltag. Vor Premieren begleiten sie technische Durchläufe, Klavierhauptproben, Orchesterproben und Generalproben. Nach Premieren übernehmen Regieassistent:innen an vielen Häusern die Betreuung laufender Vorstellungen oder Wiederaufnahmen.
Die Arbeitszeiten orientieren sich am Theaterbetrieb und umfassen regelmäßig Abend- und Wochenendtermine. Oftmals sind Regieassistenzen diejenigen, die morgens als erste auf der Probebühne sind und abends als letzte gehen, wenn die Proben oder Vorstellungen beendet sind.
Beschäftigungsarten reichen von festen Engagements an Stadt- und Staatstheatern oder Landesbühnen bis zu projektbezogenen Tätigkeiten in der freien Szene oder bei Festivals. An Theatern werden Regieassistenzen meist nach NV Bühne beschäftigt.
Welche Aufgaben hat eine Regieassistent:in?
- Organisation und Koordination von Probenabläufen und -plänen
- Dokumentation von Regieanweisungen im Regiebuch
- Kommunikation zwischen Regie, Ensemble und Gewerken
- Betreuung von Proben und Vorstellungsabläufen
- Vorbereitung technischer Proben und Durchläufe
- Abstimmung mit Kostüm, Bühne, Maske, Licht und Ton
- Koordination von Umbesetzungen oder Terminänderungen
- Betreuung von Wiederaufnahmen bestehender Inszenierungen
- Übernahme von Abendspielleitungen oder Spielleitungen
- Unterstützung bei Gastspielen und Tourneen
Weiterführende Tätigkeiten
- Spielleitung im Repertoirebetrieb
- Eigenständige Regiearbeiten
- Produktionsleitung oder Produktionskoordination
- Studienleitung im Musiktheaterbereich
- Künstlerische Produktionsbetreuung bei Festivals oder Gastspielen
Wie wird man Regieassistent:in?
Es existieren viele individuelle Wege, um Regieassistent:in zu werden. Hospitanzen oder Praktika am Theater sind häufig der erste Schritt, gefolgt von einem Studium in Schauspiel-Regie, Dramaturgie, Musiktheater-Regie, Theaterwissenschaft oder in verwandten künstlerischen Studiengängen.
Das sollte man mitbringen:
- Interesse an Theater (Schauspiel, Musik und Tanz)
- Praxiserfahrung am Theater oder Opernhaus
- Kenntnisse von Theater- und Probenabläufen
- Organisations- und Koordinationsfähigkeit
- Gespür für Kommunikation mit Gewerken und Künstler:innen
- Belastbarkeit unter Zeitdruck
- Einfühlungsvermögen für künstlerische Prozesse
- Grundkenntnisse dramaturgischer und szenischer Vorgänge
- Teamfähigkeit und Konfliktfähigkeit
- Flexibilität bei wechselnden Arbeitszeiten- und orten
- Konzentrationsfähigkeit bei langen Proben und Vorstellungen
- gute Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere im Musiktheater
Ausbildung oder Studium
Mehrere Hochschulen im deutschsprachigen Raum bieten spezifische Regie- oder Musiktheater-Studiengänge an. Einen einheitlich vorgeschriebener Ausbildungsweg gibt es nicht.
Bachelor- oder Diplomstudiengänge im Bereich Regie dauern in der Regel 3-4 Jahre. Zu den Grundlagen der Ausbildung gehören Methoden des inszenatorischen Handwerks, praktische Übungen, Szenenstudien und theoretische Seminare. Je nach Hochschule werden schauspiel- und regiemethodischen Kurse ergänzt durch Aufführungsanalysen, Dramaturgie und Theatergeschichte sowie durch Kurse zu Bühnenbild und Kostüm, Bewegung und Stimme, Maske und Musik, Probenmethodik und Verskunde. Im Mittelpunkt des Studiums stehen eigene Regiearbeiten, teilweise auch an Theatern oder bei freien Projekten.
Für den Einstieg in den Beruf ist es hilfreich, sich bereits während des Studiums innerhalb der Theater- und Festivalbranche zu vernetzen. Der Berufseinstieg erfolgt häufig über Hochschulproduktionen, Gastengagements, freie Gruppen oder befristete Assistenzstellen an Stadt-, Staats- oder Privattheatern. Weiterqualifizierungen ergeben sich überwiegend über praktische Berufserfahrung im Produktionsbetrieb.
Mit wachsender Erfahrung sind Übergänge in Regie, Spielleitung, Produktionskoordination oder künstlerische Leitungsfunktionen möglich. Eine Tätigkeit als Regieassistenz ist häufig der Anfang, um als Regisseur:in zu arbeiten.
Weiterführende Links
Weitere Infos und hilfreiche Links finden Sie beim »Berufsbild Regie«
Quellen
Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.