Schuhmacher:in

Schuhmacher:in

Schuhmacher:innen an Theatern und Opernhäusern fertigen, verändern und reparieren Schuhe für Bühnenproduktionen. Sie arbeiten nach Vorgaben der Kostümbildner:innen und stellen historische oder speziell entworfene Schuhe her. Außerdem passen sie vorhandenes Schuhwerk an die Anforderungen von Tanz, Schauspiel oder Oper an. Beschäftigt sind sie meist in theaterinternen Werkstätten oder spezialisierten Schuhwerkstätten.

Wie sieht der Alltag von Schuhmacher:innen aus?

Der Arbeitsalltag von Schuhmacher:innen im Theater richtet sich nach Proben- und Vorstellungsplänen. Sie fertigen neue Bühnen- und Kostümschuhe an, ändern vorhandene Modelle aus dem Fundus oder reparieren beschädigtes Schuhwerk. Dabei bearbeiten sie Materialien wie Leder, Stoffe oder Kunststoffe und passen Schuhe individuell an Darsteller:innen an.

Während der Proben werden häufig kurzfristige Änderungen notwendig, etwa bei Passform, Stabilität oder Beweglichkeit. Schuhmacher:innen arbeiten eng mit Kostümbildner:innen, Gewandmeister:innen und Schneidereien zusammen. Zusätzlich kümmern sie sich um die Pflege und Verwaltung des Schuhfundus.

Welche Aufgaben haben Schuhmacher:innen?

  • Herstellung von Bühnen- und Kostümschuhen
  • Anpassung vorhandener Schuhe aus dem Fundus
  • Rekonstruktion historischer Schuhmodelle
  • Reparatur beschädigter Schuhe und Sohlen
  • Anbringen und Austausch von Absätzen, Sohlen und Verschlüssen
  • Färben, Altern und dekoratives Bearbeiten von Schuhen
  • Anpassung von Schuhen an individuelle Anforderungen von Darsteller:innen
  • Herstellung spezieller Tanz- oder Bewegungsschuhe
  • Materialauswahl und Verarbeitung von Leder, Stoffen und Kunstmaterialien
  • Zusammenarbeit mit Kostümbild und Schneiderei
  • Pflege und Verwaltung des Schuhfundus
  • Dokumentation von Maßanfertigungen und Änderungen

Wie wird man Schuhmacher:in?

  • handwerkliches Geschick und präzises Arbeiten
  • gutes Verständnis für Materialien und Verarbeitungstechniken
  • Belastbarkeit bei längeren handwerklichen Tätigkeiten
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Interesse an Kostüm-, Mode- und Theatergeschichte
  • Fähigkeit zum Arbeiten nach Entwürfen und Vorlagen
  • technisches Verständnis für Passform und Bewegungsabläufe
  • Sorgfalt bei Reparatur- und Detailarbeiten
  • Teamfähigkeit in der Zusammenarbeit mit Theaterabteilungen
  • Flexibilität bei kurzfristigen Änderungen während Proben und Vorstellungen
  • Interesse an Theater-, Tanz- oder Opernproduktionen

Ausbildung

Die Grundlage für die Tätigkeit bildet in Deutschland in der Regel die duale Ausbildung als Schuhmacher:in beziehungsweise Maßschuhmacher:in nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildungsdauer beträgt üblicherweise drei Jahre. Vermittelt werden unter anderem Lederverarbeitung, Maßnehmen, Konstruktionstechniken, Reparaturverfahren und orthopädische beziehungsweise gestalterische Grundlagen.

Ein Einstieg in den Theaterbereich erfolgt häufig über Praktika, Hospitanzen oder Tätigkeiten in Kostüm- und Theaterwerkstätten. Größere Opern- und Schauspielhäuser beschäftigen teilweise eigene Schuhmacher:innen oder arbeiten mit spezialisierten externen Werkstätten zusammen.

Weiterbildungen sind beispielsweise über die Meister:innenqualifikation im Schuhmacherhandwerk möglich. Zusätzlich existieren Spezialisierungen im Bereich historische Schuhrekonstruktion, Tanzschuhe oder Bühnenkostüm. Mit Berufserfahrung sind leitende Positionen in Werkstätten oder Tätigkeiten als freiberufliche:r Spezialist:in für Theater-, Film- oder Tanzproduktionen möglich.

Quellen

Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.