Zielbild Nationaltheater Mannheim
In Mannheim hat der Gemeinderat im März das von der Bühne und der Mannheimer Stadtverwaltung erarbeitete Zielbild Nationaltheater Mannheim beschlossen. Zwar stellt die Stadt die Höhe des Betriebskostenzuschusses von derzeit knapp 35 Millionen Euro (hinzu kommen etwa 20 Millionen vom Land Baden-Württemberg) nicht in Frage. Wie bei allen anderen städtischen Einrichtungen auch wird im laufenden Kalenderjahr der Zuschuss für das NTM allerdings reduziert - um ca. 2,5 Millionen Euro. Darüber hinaus muss das Haus sein durch höhere Kosten der Interimsspielstätten und Einnahmeverluste während des Interims entstandenes Defizit bis zur Spielzeit 2028/29 abbauen. Da die Personalkosten rund 80 Prozent des Gesamtbudgets des Hauses ausmachen, muss zudem die Zahl der Mitarbeitenden runter. Das NTM ist derzeit Arbeitgeber für rund 800 Menschen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Synergien – zum Beispiel durch Pool-bildung von technischen Teams. Auf der Einnahmenseite müssen die Erträge steigen mit dauerhaft 350 000 Besucher:innen pro Spielzeit bei 950 Vorstellungen und einer Auslastung von 75 Prozent.
Warum es für das Nationaltheater trotzdem ein Weg in die Zukunft ist, erklärt Schauspielintendant Christian Holtzhauer: »Der gemeinsam mit unserem Träger in einem engen, nicht immer einfachen, aber stets konstruktiven Abstimmungsprozess entwickelte Fahrplan hat nicht nur dazu geführt, dass wir für die kommenden Jahre Planungssicherheit haben, sondern dass eine breite Mehrheit im Mannheimer Gemeinderat hinter uns steht. Bitter für uns ist, dass wir Mehrkosten der Sanierung mit dem Abbau von Stellen und Einschränkungen bei den künstlerischen Produktionen kompensieren müssen. Gut ist, dass wir die Sanierung wie geplant fortsetzen können und wir zugleich die Rückendeckung haben, in den kommenden Spielzeiten ein neues Betriebskonzept zu erarbeiten. Ein Betriebskonzept, das es uns erlaubt, effizienter zu produzieren, die Eigenständigkeit der Sparten zu erhalten, unser Programmangebot zu erweitern und unser Haus als ganztägig geöffneten Begegnungsort für die Stadtgesellschaft weiterzuentwickeln.«