Orchesterwart:in

Orchesterwart:in

Unsichtbare Held:innen im Hintergrund und Instrumentenlogistiker:innen: In der Oper arbeiten Orchesterwart:innen hinter, genauer gesagt unter der Bühne. Sie übernehmen entscheidende Aufgaben, um einen reibungslosen Ablauf von Proben, Konzerten und Reisen mit dem Orchester zu gewährleisten: Von der Logistik im Orchestergraben bis zur Koordination mit anderen Abteilungen und dem Orchester.

Wie sieht der Arbeitsalltag von Orchesterwart:innen aus?

Bei Orchesterwart:innen gleicht kein Tagesablauf dem anderen, da ihre Aufgaben vom Spielbetrieb des Opern- oder Konzerthauses abhängen. So variiert die Einrichtung des Orchestergrabens mit dem Aufbau von Pulten und Podeste und die Vorbereitung der Instrumente für Proben und Aufführungen: Wenn das Orchester abends eine Mozart-Oper mit kleiner Besetzung spielt und am nächsten Vormittag eine Sinfonie von Mahler in maximaler Orchestergröße geprobt wird, haben Orchersterwart:innen alle Hände voll zu tun. Umbauten und Transporte erfolgen dann oft auch in der Nacht. Auch Sicherheitsaspekte müssen Orchesterwart:innen dabei berücksichtigen, da in einigen Vorstellungen beispielsweise ein Netz über dem Orchestergraben gespannt ist, um die Musiker:innen vor herunterfallenden Requisiten zu schützen.

Zwischen Proben und Aufführung sind Orchesterwart:innen für die Pflege, Wartung und Instandhaltung der Musikinstrumente zuständig: Sie stimmen Instrumente, reparieren manchmal auch kleinere Schäden und arbeiten mit Instrumentenbauer:innen zusammen, koordinieren den Instrumentenbestand und sorgen für die ordnungsgemäße Lagerung. Zudem stehen Orchesterwart:innen in engem Kontakt mit dem Orchestermanagement, der künstlerischen Leitung, Musiker:innen sowie Bühnenmeister:innen und Veranstaltungstechniker:innen.

Hanns Will, Orchesterwart an der Oper Frankfurt

Welche Aufgaben haben Orchesterwart:innen?

  • Instrumentenpflege: Wartung, fachgerechte Lagerung, Stimmung und kleinere Reparaturen und technische Justierungen von Musikinstrumenten.
  • Orchesteraufbau: Vorbereitung der Instrumente für Proben und Konzerte entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Partitur, Einrichtung von Stühlen, Notenpulte und Noten, Beleuchtung (Pultleuchten) und schweren Instrumenten (wie Pauken und Flügel) exakt nach dem vorgegebenen Sitzplan.
  • Transport und Logistik: Lagerung und Inventarisierung des Instrumentenbestands, Koordination von externen Reparaturarbeiten und Lieferungen Dokumentation der Wartungs- und Reparaturarbeiten, fachgerechter Transport von Musikinstrumenten.
  • Koordination und Kommunikation: Abstimmungen mit allen Beteiligten im Proben- und Aufführungsbetrieb und souveräner Umgang mit Musiker:innen, Dirigierenden, Solist:innen sowie lösungsorientierte Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen.

Wie wird man Orchesterwart:in?

Das sollte man mitbringen: 

  • grundlegendes Verständnis der verschiedenen Instrumentengruppen und ihrer Funktion innerhalb eines Orchesters
  • Kenntnisse über akustische Gegebenheiten eines Konzertsaals
  • fundierte Kenntnisse im Umgang mit Musikinstrumenten und ihrem Zubehör
  • sicherer Umgang mit Notenmaterial, Notenlesen und Grundkenntnisse in Musiktheorie
  • technisches Geschick
  • körperliche Belastbarkeit
  • hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent und Teamfähigkeit.

Ausbildung oder Studium

Es gibt noch keine staatlich geregelte Ausbildung. Ein Qualifizierungsstandard für Orchersterwart:innen wird zurzeit auf Initiative des Deutschen Bühnenvereins von der Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGWV) erarbeitet. Dieser Standard soll zukünftig die fachlichen und organisatorischen Kompetenzanforderungen an Orchesterwart:innen in Theater- und Konzertorchestern sowie vergleichbaren Einrichtungen definieren.

Bisher ist ein Quereinstieg üblich: Beispielweise über eine handwerkliche oder veranstaltungstechnische Ausbildung, gepaart mit praktischer Erfahrung sowie einem ausgeprägten musikalischen Grundverständnis oder nach Studienabschlüssen wie Musikwissenschaft.

Erfahrene Orchesterwart:innen können sich auf komplexe Instrumententechniken spezialisieren, etwa Streich- oder Blasinstrumente, oder die Leitung der Instrumentenwerkstatt übernehmen. In größeren Häusern existieren Spezialisierungen auf historische Instrumente, Schlagwerk oder elektronische Instrumente.

Weiterführende Links

Quellen

Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.