Newsletter Februar 2026
Cirque du Soleil: Neu im Bühnenverein und seit November 2025 dauerhaft im Theater am Potsdamer Platz zu sehen.
Bühnen unter Druck
Liebe Leser:innen,
wir haben Zuwachs bekommen: Seit dem 1. Januar gehören der Cirque du Soleil und die Sommer-Festspiele Schloss Nymphenburg als Mitglieder zum Deutschen Bühnenverein. Im Berliner Theater am Potsdamer Platz ist seit November 2025 die erste Resident-Show des Cirque du Soleil in Europa zu erleben. Herzlich willkommen, wir freuen uns!
Ein starker Zusammenhalt der Bühnen ist aktuell notwendig wie lange nicht. Ende Januar tagten in Hamburg das Präsidium und der Verwaltungsrat des Bühnenvereins. Top-Thema war der Austausch über die gegenwärtige Situation der Theater und Orchester. Die Mitglieder des Präsidiums und des Verwaltungsrats schauen besorgt auf die derzeitigen Entwicklungen: Durch Einsparvorgaben, die von den Trägern kurzfristig angesagt werden, stehen die Bühnen bundesweit unter hohem Druck. Planungshorizonte erodieren und damit die Chance, dass sich Träger und Leitungen der Kulturbetriebe gemeinsam über die Zukunft verständigen und die finanziellen Rahmenbedingungen sowie notwendige Maßnahmen der Transformation vereinbaren.
Wir möchten erneut auf unsere Handlungsempfehlung »Zukunftspakt Bühne« verweisen, die von Vertreter:innen der Träger und der Theater- und Orchesterleitungen entwickelt wurde. Die Botschaft an die Rechtsträgervertretungen und Theaterleitungen im Land lautet: gestaltet aktiv und gemeinsam die anstehenden Transformationsaufgaben, schließt einen Pakt für die Zukunft und sichert so die Exzellenz der Kunst.
Ein solcher Zukunftspakt gibt der Bühne nicht nur die benötigte Planungsperspektive für mehrere Jahre und Klarheit über das in dieser Zeit zur Verfügung stehende Budget. Im Rahmen des Paktprozesses denken Träger und Organisation auch gemeinsam über den kulturpolitischen Auftrag, über die Rolle und Bedeutung der Bühne für die Stadtgesellschaft nach. Im Pakt vereinbaren sie Maßnahmen der Transformation genauso wie die offensive Kommunikation der gesetzten Ziele. Nur so kommen die Bühnen und Träger gemeinsam durch diese Krise.
Konstruktiv, aber ohne konkrete Verständigung verlief die erste Verhandlungsrunde mit den Gewerkschaften im neuen Jahr – das erste Treffen nach der Kündigung des NV Bühne durch GDBA und BFFS. Die Vorstellungen der Tarifpartner, welche Änderungen im NV Bühne in welchem Zeitraum umzusetzen sind, liegen zumindest aktuell weit auseinander.
Die Bühnen-Gewerkschaften wollen insbesondere Veränderungen im Nichtverlängerungsrecht erzielen. Die Verhandlungskommission des Deutschen Bühnenvereins möchte einzelne Regelungen des so genannten Kleinen Pakets verändern. Im Mai 2025 hatte man sich darin auf Regelungen zur Arbeitszeit und Planbarkeit der Arbeit der NV Bühne-Beschäftigten verständigt und damit den Tarifvertrag rückwirkend zum 1. Januar 2025 wieder in Kraft gesetzt. Einige dieser neuen Vorschriften haben sich sowohl für die Theater als auch für die Künstler:innen als wenig praktikabel erwiesen. Der Bühnenverein möchte sie deswegen überarbeiten und die erneute Kündigung des Tarifvertrags nutzen, eigene Forderungen geltend zu machen.
Ebenfalls im Januar fand eine Tarifrunde zum TV Gast statt. In dieser digitalen Sitzung wurden die wechselseitigen Forderungen eruiert – eine Verständigungslinie zeichnet sich aktuell noch nicht ab. Für beide Tarifverträge sind weitere Verhandlungstermine vereinbart, für den NV Bühne geht es weiter am 10. und 11. Februar.
Wir bleiben im Gespräch!
Herzliche Grüße und alles Gute
Marion Troja und das Team Kommunikation
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