Newsletter Januar 2026

NV Bühne: Wie geht’s weiter nach der Kündigung

Liebe Leser:innen, 

wir wünschen Ihnen allen ein gutes neues Jahr. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate erwarten uns einige Herausforderungen, über die wir Sie an jedem ersten Dienstag eines Monats und natürlich jederzeit über unsere Social Media Kanäle und auf unserer Webseite auf dem Laufenden halten. Was steht an 2026? 

Zum Jahresende haben die Bühnengewerkschaften GDBA und BFFS mit Stichtag 30. Juni 2026 den Tarifvertrag NV Bühne gekündigt. Ein verantwortungsloser Schritt, meinen wir. Drastische Kürzungen der Kulturetats treffen die Theater und Orchester in ganz Deutschland – oftmals kurzfristig und unvorbereitet. In dieser Situation führt die Kündigung des Tarifvertrags zu einer weiteren Destabilisierung der Lage.  

Der NV Bühne tritt aufgrund einer Kündigung von GDBA und BFFS nicht vollständig außer Kraft. Die dritte Bühnengewerkschaft VdO steht weiterhin zu dem Tarifvertrag. Damit gilt er für alle Arbeitsverträge, die bis zum 30. Juni 2026 auf Basis des NV Bühne abgeschlossen wurden oder noch werden – möglich ist das durch die arbeitsvertragliche Bezugnahme. Mit Beschäftigten, die ab dem 1. Juli 2026 eingestellt werden und die keine VdO-Mitglieder sind, könnten vom NV Bühne abweichende Regelungen vereinbart werden. Damit könnten andere Arbeitsbedingungen aber auch andere Vergütungen als im NV Bühne vorgesehen gelten. 

Der Deutsche Bühnenverein steht weiter zum Tarifvertrag NV Bühne. Die Geschäftsführende Direktorin Claudia Schmitz erklärt: »Die Verhandlungen zum NV Bühne werden – so ist es bislang vereinbart – am 14. Januar fortgesetzt, weitere Runden sind bis Sommer geplant. Nach dieser Kündigung werden wir die Situation mit unseren Mitgliedern aber neu bewerten müssen – auch vor dem Hintergrund des noch einmal enorm gestiegenen Spardrucks in den öffentlichen Haushalten und damit auch in Theatern.« 

Die tarifrechtlichen Entwicklungen werden auch bei der diesjährigen Jahrestagung des Bühnenvereins vom 11. bis 13. Juni in Berlin Thema sein. Die mehr als 600 Mitglieder tagen im Deutschen Theater und im Berliner Ensemble. In Impulsvorträgen, Sitzungen und Workshops wird es drei Tage lang für die Intendant:innen, Verwaltungsdirektor:innen, Kulturpolitiker:innen und Vertreter:innen aus den Kulturverwaltungen um die wichtigen Fragen der Branche gehen. 

Auch wenn aktuell niemand verlässlich sagen kann, wie sich die Situation der Theater und Orchester in diesem Jahr entwickeln wird –  wir sind von der Kraft der Darstellenden Künste überzeugt. Und steigen schon jetzt ein in die Planung für den diesjährigen Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Schauen Sie sich die Inszenierungen der Saison an den vielen Bühnen des Landes an, vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen mit den Künstler:innen bei der feierlichen Preisverleihung am 14. November 2026 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Wir freuen uns drauf. 

Alles Gute und bleiben Sie zuversichtlich. 

Marion Troja und das 
Team Kommunikation  

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