Sondernewsletter Europa II

Liebe Leser:innen,

die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben ein großes Echo in den EU-Mitgliedstaaten ausgelöst. Aus Frankreich, Polen und Spanien melden sich besorgte Stimmen, in Italien und Österreich zeigen sich die AfD-Verbündeten begeistert. Kunst und die finanzielle Förderung von Kunst haben die Rechtsaußen-Politiker:innen auf ihrer Agenda ganz oben – in Sachsen-Anhalt aber auch in den anderen Ländern. »Kultur steht europaweit auf der Kippe«, erklärt Nela Riehl, Volt-Abgeordnete im Europaparlament und Vorsitzende im Ausschuss für Kultur und Medien. Sie erkennt in der aktuellen Situation »ein Momentum«, um unter den gegebenen Mehrheiten möglichst bald ein europäisches Kunstfreiheitsgesetz durchzubringen. Bevor sich auch in Brüssel die Mehrheiten in Richtung Rechts weiter verschieben.

Im Interview mit dem Deutschen Bühnenverein beschreibt die Hamburgerin, die vor zwei Jahren kurzfristig ihren Job als Lehrerin drangegeben hat, um sich als Volt-Abgeordnete im Europaparlament einzusetzen, was ein solches Kunstfreiheitsgesetz bringen könnte. Kulturelle Bildung ist eines ihrer Schwerpunktthemen. Dabei blickt sie auch mit Sorge auf mögliche Einsparungen beim Programm »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« im Bildungsministerium des Bundes. Sie versuche, auch auf EU-Ebene Fördertöpfe für dieses Programm aufzutun. Aber: »Grundsätzlich sehe ich da tatsächlich unsere Bundesregierung in der Verantwortung, solche Gelder nicht zu streichen. Wo fängt denn Sicherheit an? Bei mündigen, selbstwirksamen Bürger:innen und Kindern, die wir zur Selbstwirksamkeit erziehen. Ich versuche immer, diesen großen Bogen zu schlagen und zu sagen, wir müssen bei den Jüngsten anfangen. Und Kultur ist da ein wunderbares Mittel.«

»Kultur gehört in den Mittelpunkt europäischer Politik« - mit diesem Bekenntnis hat auch Europas oberster Kulturpolitiker, EU-Kommissar Glenn Micallef, seinen Gastbeitrag in der FAZ überschrieben, in dem er die Ziele des Kulturkompasses für Europa beschreibt. Der Kulturkompass ist sein zentrales Projekt, in dem es inhaltlich darum geht, den Stand der Kultur in Europa, Rechte und Freiheiten zu dokumentieren, die soziale Dimension von Kulturpolitik aufzuzeigen sowie die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Kultursektors und die internationalen Kulturbeziehungen zu stärken.

Themen, die auch im Zentrum der 72. Pearle*-Konferenz vom 4. bis 6. November in Hamburg stehen werden. Der Deutsche Bühnenverein lädt seine Kolleg:innen der europäischen Arbeitgeberverbände der Darstellenden Künste ein, um sich auszutauschen und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Wenn Sie mehr über das Engagement von Pearle* wissen möchten, klicken Sie sich rein. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Herzliche Grüße
Marion Troja und das Team Kommunikation

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