Jahrestagung des Deutschen Bühnenvereins mit Jutta Allmendinger und Maximilian Steinbeis
Im Berliner Ensemble und im Deutschen Theater treffen sich vom 11. bis 13. Juni die Mitglieder des Bühnenvereins zu ihrer jährlichen Tagung.
Zum Auftakt spricht Soziologin Prof. Jutta Allmendinger über Veränderungsdruck und Gemeinwohl. Zum Abschluss blickt Jurist und Verfassungsblog-Gründer Maximilian Steinbeis auf die Verfasstheit unserer Demokratie und die Kultur im Fadenkreuz rechter Populisten.
Theater sind Orte, an denen Vertrauen entsteht. Dieser Wert ist für das Gemeinwohl unserer Gesellschaft hoch einzuschätzen, betont die renommierte Soziologin Prof. Jutta Allmendinger. Die langjährige Präsidentin des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin möchte die versammelten Theaterleitungen, Kulturpolitiker:innen und Vertreter:innen der Kulturverwaltungen ermutigen, sich stark zu machen für die Bühnen und für ihre Bedeutung, wenn es um Demokratie und Kunst-, Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit in Deutschland geht. Im Podcast »Zur Sache!« führt Jutta Allmendinger aus, dass es dabei noch Spielraum gebe – auch in Zeiten, in denen die wirtschaftliche Lage Veränderungen erfordere.
Bühnenvereinspräsident Carsten Brosda erklärt mit Blick auf das Berliner Treffen der rund 300 Teilnehmer:innen aus dem gesamten Bundesgebiet: »Die Freiheit der Künste steht unter Druck. Gesellschaftlich und politisch mehren sich die Fälle, in denen künstlerische Räume verengt werden, weil inhaltliche Positionen nicht aushaltbar erscheinen oder weil die Mittel knapper werden. Dass Förderentscheidungen nicht mehr nur rein künstlerisch begründet werden, sorgt ebenso für große Verunsicherung wie der Ausblick auf die Landtagswahlen im
Herbst, bei denen Kräfte erfolgreich sein könnten, die bereits ankündigen, inhaltlich Einfluss auf die Kultur nehmen zu wollen. Mit der diesjährigen Jahrestagung des Deutschen Bühnenvereins wollen wir angesichts dieser aufgeheizten Situation Strategien entwickeln, wie wir die Bühnen als Orte der freien Kunst stärken und sichern können.«
Für den Arbeitgeber- und Interessensverband der Theater und Orchester, mit mehr als 670 Mitgliedern einer der größten Theaterverbände weltweit, stehen neben kulturpolitischen Themen tarifrechtliche Veränderungen im Fokus. Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins, erklärt: »Der Abschluss im NV Bühne aus 2025 hat die Theater vor große Herausforderungen gestellt. Wir nehmen die Kündigung durch die beiden Gewerkschaften GDBA und BFFS zum Anlass, an Punkten nachzubessern, die sich nicht adäquat in die Praxis der Betriebe übertragen lassen, sondern die Abläufe hemmen. Gerade in der angespannten finanziellen Situation brauchen die Theater Rahmenbedingungen, unter denen sie kreativ arbeiten und gleichsam die Arbeitsplätze der mehr als 42 000 Beschäftigten sichern können.«
Neben Sitzungen der Gremien, bietet die Jahrestagung Workshops und Panels zu Themen wie Krisenkommunikation, der Handlungsempfehlung »Zukunftspakt Bühne«, Sanierung von Theaterbauten, Beteiligung für junges Publikum sowie Diversitätsmanagement an.
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