Controller:in

Controller:in

Controller:innen  an Theatern und Orchestern behalten die Zahlen im Blick und schaffen damit die Grundlage für künstlerische und strategische Entscheidungen. Sie planen Budgets, analysieren Einnahmen und Ausgaben und sorgen dafür, dass Produktionen, Abteilungen und Sparten wirtschaftlich auf Kurs bleiben. Außerdem bereiten sie wichtige Auswertungen und Berichte für Leitung, Gremien und öffentliche Träger auf. Der Beruf verbindet betriebswirtschaftliches Denken mit der spannenden Welt von Theater, Musik und Kultur.

Wie sieht der Alltag im Controlling aus?

Ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit von Controller:innen ist die Auswertung betriebswirtschaftlicher Daten, etwa zu Produktions- und Personalkosten, Einnahmen aus Kartenverkauf oder Zuschüssen öffentlicher Träger. Controller:innen arbeiten eng mit Verwaltungsdirektion, Finanzbuchhaltung, Personalabteilung, Dramaturgie, KBB (Künstlerisches Betriebsbüro) sowie manchmal auch mit technischen Abteilungen zusammen. Häufig erstellen sie Monats-, Quartals- oder Jahresberichte und bereiten Entscheidungsgrundlagen für Intendanz, Geschäftsführung oder kommunale Aufsichtsgremien vor.

Im laufenden Spielbetrieb prüfen Controller:innen Budgetabweichungen einzelner Produktionen und analysieren wirtschaftliche Entwicklungen wie Auslastungszahlen, Gastspielkosten oder Tarifsteigerungen. An größeren Häusern sind die Aufgaben oft stärker spezialisiert, beispielsweise auf Personalcontrolling, Produktionscontrolling oder Investitionsplanung. Kleinere Theater arbeiten dagegen häufiger mit generalistischen Verwaltungsstrukturen, in denen Controller:innen mehrere kaufmännische Aufgabenbereiche übernehmen.

Ein Teil der Tätigkeit besteht auch in der Sicherstellung belastbarer Daten. Dafür werden Tabellenkalkulations- und ERP-Systeme, Berichtstools oder spezielle Verwaltungssoftware eingesetzt. Zusätzlich nehmen Controller:innen regelmäßig an Besprechungen mit der Theaterleitung oder Abteilungsleitungen teil.

Aufgaben im Controlling

  • Erstellung und Überwachung von Haushalts- und Budgetplanungen
  • Analyse von Einnahmen und Ausgaben, Auslastungs- und Vertriebsdaten, Kostenentwicklungen sowie Erstellung von Monats-, Quartals- und Jahresberichten
  • Produktions- und Spartencontrolling  sowie Personalcontrolling und Personalkostenanalysen
  • Aufbereitung von Kennzahlen für Theaterleitung und Aufsichtsgremien
  • Entwicklung und Pflege von Controlling- und Berichtssystemen
  • Mitwirkung bei Jahresabschlüssen und Wirtschaftsplanungen
  • Prüfung von Budgetabweichungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen
  • Zusammenarbeit mit Finanzbuchhaltung, Personalabteilung und Verwaltungsdirektion
  • Unterstützung bei Fördermittel- und Zuschussnachweisen
  • Risikoanalysen und Szenarioplanungen
  • Präsentation von Analysen und Handlungsempfehlungen

Wie wird man Controller:in?

Controller:innen liefern durch regelmäßige Datenanalyse wichtige Fakten, die der Theaterleitung bei der Steuerung des Theaters helfen. Analytische Denken und ein genauer und sorgfältiger Umgang mit Zahlen sind daher elementar in der Arbeit.

Das sollte man mitbringen…

  • Analytisches Denken
  • Genauigkeit und Sorgfalt
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Vertraulicher Umgang mit sensiblen Daten
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Berufsgruppen
  • Belastbarkeit bei Haushalts- und Berichtsterminen
  • Präsentationsfähigkeit

Ausbildung und Studium

Für den Einstieg in das Controlling an Theatern wird in der Regel ein abgeschlossenes betriebswirtschaftliches Studium erwartet, häufig mit Schwerpunkten in Controlling, Finanzen oder öffentlicher Betriebswirtschaft. Teilweise kommen auch Absolvent:innen aus Public Management oder Verwaltungswissenschaften infrage. Ergänzend existieren Weiterbildungen als Controller:in, beispielsweise über Handelskammern oder private Bildungsträger.

Der Berufseinstieg erfolgt häufig über Positionen im Finanz- und Rechnungswesen, in der Theaterverwaltung oder über Trainee- und Assistenzstellen im Kulturbereich. Praktische Erfahrungen im Kulturmanagement oder an öffentlichen Einrichtungen sind vorteilhaft. Weiterbildungen in Datenanalyse, ERP-Systemen oder öffentlichem Haushaltsrecht können den beruflichen Aufstieg unterstützen.

Mit zunehmender Berufserfahrung sind Aufstiege in leitende Verwaltungs- oder Finanzpositionen möglich, etwa zur Leitung Controlling oder zur Verwaltungsdirektion. An größeren Häusern können zusätzlich Spezialisierungen im strategischen oder produktionsbezogenen Controlling entstehen.

Quellen

Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.