Maler:in / Lackierer:in

Maler:in / Lackierer:in

Am Theater übernehmen Maler:innen und Lackierer:innen handwerkliche Maler- und Lackierarbeiten zur Instandhaltung. Sie bearbeiten Wände, Werkstätten, Bühnenbereiche sowie technische Einrichtungen mit Farben, Lacken und Beschichtungen. Außerdem reparieren und verbessern sie Oberflächen und sorgen für den Erhalt von Gebäuden und Betriebseinrichtungen. Je nach Theaterstruktur unterstützen sie auch den Dekorationsbau oder übernehmen Lackierarbeiten an Bühnenkonstruktionen und Ausstattungselementen.

Gut zu wissen: Der Beruf Marler:in und Lackierer:in sollte nicht mit dem Beruf Bühnenmaler:in verwechselt werden, denn der Handwerksberuf unterscheidet sich von der Bühnenmalerei, die stärker künstlerisch und szenografisch ausgerichtet ist.

Wie sieht der Berufsalltag von Maler:innen/Lackierer:innen am Theater aus?

Zu den regelmäßigen Aufgaben von Maler.innen und Lackierer:innen gehören Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten von Theatergebäuden, Werkstätten, Verwaltungsbereichen und Publikumsräumen. Dabei werden Wände, Böden, Geländer, Türen, Bühnenkonstruktionen oder Werkstatteinrichtungen gestrichen, lackiert oder ausgebessert. Zusätzlich bearbeiten Maler:innen und Lackierer:innen sämtliche Oberflächen von Dekorationselementen oder technischen Bauteilen, beispielsweise durch Schutzlackierungen oder farbliche Anpassungen.

Die Arbeit erfolgt überwiegend in technischen Abteilungen und Werkstätten. Häufig arbeiten Maler:innen und Lackierer:innen eng mit Haustechnik, Schlosserei, Schreinerei, Bühnenservice oder technischen Leitungen zusammen. Während laufender Produktionen können kurzfristige Reparaturen oder Anpassungen erforderlich sein, etwa bei beschädigten Kulissenteilen, Bühnenpodesten oder Transportelementen. Teilweise liegen die Arbeitszeiten außerhalb des regulären Tagesbetriebs, damit Proben- und Vorstellungsabläufe nicht beeinträchtigt werden. Abend- oder Wochenendarbeit ist deshalb im Theaterbetrieb möglich, jedoch abhängig von Größe und Organisation des jeweiligen Hauses.

Der Schwerpunkt von Maler:innen und Lackierer:innen liegt in der Regel auf der handwerklicher Ausführung und Werterhaltung, nicht auf der künstlerischen Gestaltung von Bühnenbildern. Künstlerische Illusionsmalerei oder szenografische Oberflächengestaltung gehören überwiegend zu den eigenständigen Berufen von Bühnenmaler:in oder Bühnenplastiker:in.

Welche Aufgaben haben Maler:innen/Lackierer:innen am Theater?

  • Streichen und Lackieren von Innenräumen, Werkstätten und Bühnenbereichen
  • Instandhaltung von Wänden, Türen, Geländern und technischen Einrichtungen
  • Ausbesserungs- und Reparaturarbeiten an Oberflächen
  • Schutzbeschichtungen für Holz-, Metall- oder Bühnenbauteile
  • Vorbereitung und Bearbeitung von Untergründen
  • Spachtel-, Schleif- und Grundierungsarbeiten
  • Lackierung von Dekorationsteilen und Betriebseinrichtungen
  • Mitarbeit bei Wartungs- und Renovierungsmaßnahmen
  • Unterstützung technischer Werkstätten bei Oberflächenbearbeitung
  • Einhaltung von Sicherheits- und Umweltvorschriften beim Umgang mit Farben und Lacken
  • Dokumentation von Materialverbrauch und Wartungsarbeiten, je nach Theaterstruktur

Wie wird man Maler:in und Lackierer:in am Theater?

Das sollte man mitbringen:

  • Sorgfältige und präzise Arbeitsweise
  • Handwerkliches Geschick
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Teamfähigkeit im technischen Theaterbetrieb
  • Flexibilität bei kurzfristigen Arbeitsaufträgen
  • Bereitschaft zu wechselnden Arbeitszeiten im Vorstellungsbetrieb

Ausbildung

Grundlage für die Tätigkeit ist in der Regel die duale Ausbildung als Maler:in und Lackierer:in. In Deutschland dauert diese Ausbildung üblicherweise drei Jahre und wird in verschiedenen Fachrichtungen angeboten. Der Handwerksberuf bietet grundsätzlich drei Fachrichtungen zur Auswahl:

  1. »Gestaltung und Instandhaltung« mit Schwerpunkt auf Gestalten von Innenräumen und Fassaden, dem Verlegen von Bodenbelägen und der Bearbeitung von Wänden mit verschiedenen Maltechniken, Tapeten oder Dekorputzen.
  2. »Bauten- und Korrosionsschutz«, deren besondere Qualitäten im Theater eher in speziellen Anwendungsfällen zum Einsatz kommen.
  3. »Kirchenmalerei und Denkmalpflege«.

Der Einstieg in Theaterbetriebe erfolgt meist über technische Abteilungen, Werkstätten oder den Gebäudeunterhalt kommunaler Bühnen, Opern- oder Konzerthäuser. Praktische Berufserfahrung im Handwerk wird häufig vorausgesetzt. Theatererfahrung kann über Praktika oder Hospitanzen erworben werden.

Weiterbildungen sind unter anderem in den Bereichen Arbeitssicherheit, Veranstaltungstechnik, Beschichtungstechnik, Korrosionsschutz oder technische Leitung möglich. Zusätzlich kommen Qualifikationen im Gebäudemanagement oder Meister:innenfortbildungen infrage. Höherqualifizierte Positionen entstehen überwiegend durch Berufserfahrung, Spezialisierung und die Übernahme organisatorischer Verantwortung innerhalb technischer Abteilungen.

Quellen

Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.