Maskenbildner:in

Maskenbildner:in

Mehr als Make-Up: Maskenbildner:innen verwandeln die äußere Erscheinung von Darsteller:innen in verschiedene Figuren: Sie schminken Gesichter und Körper, frisieren Haare, fertigen Perücken, Bärte und plastische Maskenteile an und setzen Spezialeffekte wie Narben oder Alterungen um. An Theatern arbeiten sie dabei eng mit Regie, Kostümbild und Beleuchtung zusammen, um Figurenkonzepte praktisch umzusetzen.

Wie sieht der Alltag von Maskenbildner:in aus?

Vor Aufführungen bereiten Maskenbildner:innen in der Maske Arbeitsplätze, Materialien, Perücken und Schminkutensilien vor. Anschließend schminken und frisieren sie Darsteller:innen entsprechend ihrer jeweiligen Rolle. Je nach Inszenierung werden auch Perücken angepasst, Bärte geklebt oder plastische Maskenteile angebracht.

Während der Proben begleiten Maskenbildner:innen häufig den künstlerischen Entstehungsprozess. Sie testen Maskenwirkungen unter Bühnenlicht, passen Frisuren oder Make-Up an und entwickeln gemeinsam mit Kostüm- und Regieteam die visuelle Gestaltung einer Figur. Masken müssen dabei schweißfest und manchmal auch schnell veränderbar sein, da schnelle Umzüge zwischen Szenen notwendig sind. Je nach Produktion haben Tänzer:innen, Schauspieler:innen und Sänger:innen unterschiedliche Bedürfnisse beim Einsatz der Maske auf der Bühne.

Zum Arbeitsalltag gehört außerdem die handwerkliche Arbeit in Werkstätten. Dort werden Perücken geknüpft, Glatzen gefertigt, Gesichtsteile modelliert oder Spezialeffekte vorbereitet. Auch Reinigung, Pflege und Instandhaltung von Haarteilen, Pinseln und Materialien gehören regelmäßig dazu.

Die Arbeitszeiten orientieren sich am Theaterbetrieb und umfassen häufig Abend-, Wochenend- und Feiertagsdienste. Während Endprobenphasen vor Premieren oder bei Produktionen mit vielen Umbauten entstehen oft verdichtete Arbeitszeiten. Beschäftigungen als Maskenbildner:in gibt es sowohl in Festanstellung an Theatern als auch projektbezogen im Film- und Fernsehbereich.

Welche Aufgaben haben Maskenbildner:in?

  • Schminken von Darsteller:innen für Bühne, Oper, Musical, Film und Fernsehen und Frisieren und Haarstyling für historische oder moderne Rollenbilder
  • Entwickeln und Umsetzen von Figurenkonzepten, Anfertigen von Skizzen und Entwürfen für Maskenkonzepte sowie Anpassung von Make-Up und Frisuren an Bühnenlicht oder Kameratechnik
  • Anfertigen und Pflegen von Perücken, Haarteilen und Bärten sowie Herstellen von Glatzen, Masken und plastischen Gesichtsteilen
  • Umsetzen von Spezialeffekten wie Narben, Verletzungen, Alterungen oder Fantasiefiguren
  • Betreuung von Darsteller:innen während Vorstellungen oder Dreharbeiten, insbesondere bei schnellen Umzügen und Nachschminken während laufender Aufführungen
  • Materialplanung, Organisation und Hygiene der Arbeitsmittel und Kalkulation und Organisation maskenbildnerischer Arbeiten
  • Zusammenarbeit mit Regie, Kostümbild, Beleuchtung und Ausstattung

Wie wird man Maskenbildner:in?

Voraussetzung für Maskenbildner:innen ist gestalterisches Geschick im Umgang mit Make-up, ähnlich wie Visagist:innen oder Make-up Artists. Hinzu kommen Kreativität und Ästhetik, künstlerische Überzeugungs- und Ausdruckskraft und Interesse an Theater. Gespür und Einfühlungsvermögen für künstlerische Prozesse sowie ein sensibler Umgang mit Künstler:innen sind elementar für die Arbeit.

Persönliche Voraussetzungen und wichtige Kompetenzen:

  • Ausgeprägtes handwerkliches Geschick und sicherer Umgang mit Make-up, Farben, Formen und Materialien sowie Kenntnisse in Frisurengestaltung und Make-up-Techniken
  • Einfühlungsvermögen und sensibler Umgang mit Darsteller:innen sowie Bereitschaft für körpernahes Arbeiten
  • Kreativität und ästhetisches Verständnis sowie präzises und hygienisches Arbeiten
  • Konzentrationsfähigkeit unter Zeitdruck und Belastbarkeit bei langen Arbeitszeiten und Abenddiensten mit langen Stehzeiten
  • Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit
  • Flexibilität bei wechselnden Produktionsanforderungen und Bereitschaft zur Arbeit an Wochenenden und Feiertagen
  • Interesse an Theater, Oper, Film oder Fernsehen und historischen Stilrichtungen und Figurenentwicklung

Ausbildung

Maskenbildner:in ist in Deutschland ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und kann an Theatern, Opernhäusern, Rundfunkanstalten oder Filmproduktionen sowie an Berufsschulen absolviert werden. Ausbildungsinhalte umfassen unter anderem Schminktechniken, Frisurengestaltung, Perückenherstellung, Maskenbau und Spezialeffekte.

Zusätzlich existieren Studiengänge im Bereich Maskenbild, die künstlerische und praktische Ausbildung für Theater und Film verbinden.

Der Berufseinstieg erfolgt häufig über Ausbildungsbetriebe, Praktika oder befristete Engagements an Theatern. Berufserfahrung in unterschiedlichen Produktionen ist für den weiteren Karriereweg wichtig. Leitungspositionen wie Chefmaskenbildner:in setzen mehrjährige praktische Erfahrung sowie organisatorische und künstlerische Verantwortung voraus.

Weiterführende Links

Quellen

Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.