Newsletter Juli 2026

Liebe Leser:innen,

neue Allianzen und Strategien für die Zukunft der Bühnen – mit diesen Vereinbarungen beenden wir die Jahrestagung 2026. Am Berliner Ensemble und Deutschen Theater haben sich vom 11. bis 13. Juni rund 270 Mitglieder getroffen, um sich in Impulsvorträgen, auf Panels und in Workshops über Kunstfreiheit und Krisenkommunikation, Zukunftspakte und Finanzierungslücken an den Bühnen auszutauschen. Wenn Sie sich einen Überblick über die Tagungsereignisse machen möchten, klicken Sie sich hier rein.

Auch in den Medien gab es umfangreiche Berichterstattung zu den in Berlin behandelten Themen: In der Süddeutschen Zeitung fasst Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins, die drängende Aufgabe der kommenden Jahre zusammen: »Wie lässt sich Theater langfristig auch unter Kosten- und Spardruck finanzieren?«

Carsten Brosda, Präsident des Deutschen Bühnenvereins erklärt im Deutschlandfunk Kultur, warum es sich lohnt, für den Erhalt der Theater zu kämpfen: »Gerade in der jetzigen Zeit braucht es kulturelle Angebote mehr denn je und eine Gesellschaft, die ausgerechnet jetzt daran überproportional spart, beschädigt sich selbst in ihrer Fähigkeit gut mit Zukunft umgehen zu können.« Er appelliert im rbb daran, der Kraft der Bühnenkünste stärker zu vertrauen.
 
Im Interview mit SR kultur betont auch Soziologin Jutta Allmendinger, der größte Druck auf die Theater liege in der Planungsunsicherheit durch dramatische finanzielle Kürzungen. In ihrer Rede zum Auftakt der Jahrestagung im Berliner Ensemble bestärkte die Wissenschaftlerin, wie wichtig freie Kunst für unsere Demokratie sei: Kultur müsse alle erreichen. Und dabei sei eines entscheidend, erklärt sie: »Wir müssen die Freiheit der Kunst verteidigen.«

Das Grundrecht der Kunstfreiheit betonte auch Bühnenvereinspräsident Carsten Brosda in seiner Rede an die Mitglieder. Kunst habe vor allem frei zu sein, sich quer zu stellen gegen politische Forderungen, was sie leisten solle: »Demokratie, internationale Netzwerke oder soziale Integration sind dabei der coole Kollateralnutzen.« 

Dass demokratische Institutionen in der Krise seien, konstatierte Journalist, Jurist und Verfassungsblog-Gründer Maximilian Steinbeis in seinem Vortrag zum Abschluss der Tagung. Mehr Resilienz unserer Demokratie und juristischen Schutz zu fordern, ginge ihm nicht weit genug: »Was Not tut, ist Resistenz«. Kathrin Mädler, Vizepräsidentin des Bühnenvereins und Intendantin am Theater Oberhausen, plädierte im anschließenden Podiumsgespräch: »Unsere Aufgabe ist es, unsere Gestaltungskraft lustvoll zu verteidigen und mit der künstlerischen Arbeit dem rechten Narrativ Erzählungen von Gemeinschaft und Vielfalt entgegenzusetzen.«

Den Spirit der Tage in Berlin und eine Zusammenfassung der Workshopergebnisse dieser Jahrestagung finden Sie in diesem Video. Was sich aus neu geschlossenen Allianzen mit den kulturpolitisch Verantwortlichen der demokratischen Parteien im Bundestag, den diskutierten und vereinbarten Strategien für die drängenden Herausforderungen und der Resistenz von Seiten der Kunst gegenüber Anfeindungen ergibt: Wir werden Sie informieren.

Und zu guter Letzt ein vorfreudiger Blick in die Zukunft: Mehr als 60 Künstler:innen sind für den FAUST 2026 nominiert und damit im Rennen um den Deutschen Theaterpreis. Wir drücken die Daumen. 

Herzliche Grüße 

Marion Troja 
und das Team Kommunikation  

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