Orchestermusiker:in

Orchestermusiker:in

Kollektiver Klangkörper: Orchestermusiker:innen erbringen ihre künstlerische Leistung in einem Kollektiv – dem Orchester. Auch wenn sie »tutti« in ihrer Stimmgruppe spielen, müssen sie ihr Instrument genauso wie Instrumentalsolist:innen beherrschen.

Je nach Orchester unterscheidet sich die Größen und künstlerischen Ausrichtungen sowie die Aufgaben von Orchestermusiker:innen: In Deutschland gibt es vor allem sogenannte Theaterorchester sowie Konzert- und Rundfunkorchester.

Wie sieht der Alltag Orchestermusiker:innen aus?

Proben- und Aufführungspläne bestimmen den Berufsalltag von Orchestermusiker:innen. Ein wesentlicher Teil der Arbeitszeit entfällt auf Orchesterproben, Stimmproben und die individuelle Vorbereitung des Repertoires. Neue Werke müssen eigenständig erarbeitet werden, bevor sie gemeinsam mit dem Orchester geprobt werden.

Während der Probenarbeit setzen Orchestermusiker:innen die musikalischen Vorgaben der Dirigent:innen um und stimmen ihr Spiel mit den jeweiligen Instrumentengruppen ab. Besonders wichtig sind dabei präzise Rhythmik, Intonation, Dynamik und das Zusammenspiel innerhalb des Orchesters. Je nach Besetzung spielen Musiker:innen entweder gemeinsam in einer Instrumentengruppe oder übernehmen eigenständige Stimmen.

Zum Arbeitsalltag von Orchestermusiker:innen gehören sogenannte »Dienste«, also das Spielen in Proben und Konzerten, die tagsüber und in den Abendstunden disponiert sind. Die Dienstpläne werden langfristig erstellt, können jedoch je nach Spielbetrieb und spontanen Umbesetzungen variieren.

An Theaterorchestern begleiten Orchestermusiker:innen regelmäßig Opern-, Operetten-, Musical- und Ballettvorstellungen. Die Arbeit findet dabei überwiegend im Orchestergraben statt. Konzert- und Rundfunkorchester konzentrieren sich stärker auf Sinfonie- und Konzertprogramme und treten häufig in verschiedenen Konzertsälen sowie teilweise auf Gastspielreisen auf.

Welche Aufgaben haben Orchestermusiker:innen?

  • Einstudieren und Aufführen von Orchesterwerken unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen
  • Teilnahme an Orchesterproben, Registerproben und Bühnenproben
  • Eigenständige Vorbereitung und tägliches Üben des Repertoires
  • Umsetzung musikalischer Vorgaben von Dirigent:innen
  • Präzises Zusammenspiel innerhalb der Instrumentengruppe und des gesamten Orchesters
  • Mitwirkung an Opern-, Operetten-, Musical- und Ballettproduktionen (Theaterorchester) oder Sinfonie- und Konzertprogrammen (Konzert- und Rundfunkorchester)
  • Pflege und Wartung des eigenen Instruments
  • Teilnahme an Gastspielen, Konzertreisen oder Tourneen (je nach Orchester)

Wie wird man Orchestermusiker:in?

Wer Orchestermusiker:in werden möchte, beginnt meistens bereits in der Kindheit ein Instrument zu lernen. Selbstdisziplin und tägliches Üben sind dafür ein Muss. Auch das Spielen in Jugendorchestern und die Teilnahme an Wettbewerben wie »Jugend musiziert« ist oft eine Voraussetzung, um ein Instrumentalstudium beginnen zu können.

Persönliche Voraussetzungen und Kompetenzen:

  • Sehr hohe instrumentale Fähigkeiten auf dem Hauptinstrument
  • Ausgeprägtes musikalisches Gehör und sicheres Rhythmusgefühl
  • Gute Kenntnisse in Musiktheorie und Gehörbildung
  • Fähigkeit zum Vom-Blatt-Spiel und zum präzisen Zusammenspiel im Orchester
  • Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit
  • Disziplin, Selbstorganisation und Bereitschaft zu regelmäßigem und langfristigem Üben
  • Belastbarkeit bei Proben- und Aufführungsbetrieb sowie hohe Konzentrationsfähigkeit
  • Körperlich-motorische Eignung für das jeweilige Instrument

Instrumentalstudium

Als Orchestermusiker:in ist ein Instrumentalstudium an einer Musikhochschule Voraussetzung. Hierfür ist das Bestehen einer künstlerischen Aufnahme- beziehungsweise Eignungsprüfung, die üblicherweise aus Instrumentalvorspiel, Vom-Blatt-Spiel, Musiktheorie und Gehörbildung besteht, erforderlich.

Im Studium stehen der künstlerische Unterricht auf dem Hauptinstrument, Ensemble- und Orchesterpraxis, Kammermusik sowie musiktheoretische Fächer im Mittelpunkt. Viele Studierende sammeln zusätzlich praktische Erfahrung in Hochschulorchestern oder Orchesterakademien professioneller Klangkörper.

Der Berufseinstieg erfolgt über Probespiele bei Theater-, Konzert- oder Rundfunkorchestern. Dabei müssen Bewerber:innen Solowerke und standardisierte Orchesterstellen präsentieren. Das erfolgreiche Bestehen eines Probespiels gilt als zentrale Zugangsvoraussetzung für die Festanstellungen im Berufsorchester. Diese ist bei Theatern und Orchestern, die Mitglied im Deutschen Bühnenverein sind nach den Vorgaben des TVK geregelt.

Weiterführende Qualifikationen können durch Masterstudiengänge, Solist:innenklassen, Konzertexamen, Orchesterakademien oder spezialisierte künstlerische Fortbildungen erworben werden. Höherqualifizierte Positionen wie Stimmführer:in, Solopositionen oder Konzertmeister:in werden in der Regel über gesonderte Probespiele und nachgewiesene künstlerische Exzellenz sowie ausgeprägter Berufserfahrung vergeben.

Quellen

Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.