Tänzer:in

Tänzer:in

Tänzer:innen sind darstellende Künstler:innen, die mit Körper, Gestik, Mimik und Rhythmik verschiedene Stimmungen, Figuren und Handlungsabläufe (tänzerisch) verkörpern und zum Ausdruck bringen. Sie studieren im Ensemble (Tanzgruppe) oder als Solotänzer:in choreografische Bewegungsabläufe ein und interpretieren Choreografien, die sie in den Proben gemeinsam mit Choregraf:innen, Ballettmeister:innen oder Regisseur:innen erarbeiten. Dafür können Tänzer:innen auf ein Repertoire an standardisierten Positionen, Tanzschritten und Sprüngen in verschiedenen Tanzstilen und -techniken zurückgreifen.

Wie sieht der Berufsalltag von Tänzer:innen aus?

Zum Berufsalltag von Tänzer:innen gehören tägliches Training, Probenarbeit zur Einstudierung sowie Aufführungen im Ensemble oder in Solopartien. Den Großteil ihrer Arbeitszeit verbringen Tänzer:innen auf Probebühnen, in Ballettsälen oder auf der Bühne während der Vorstellungen.

Der Arbeitstag beginnt in professionellen Ensembles häufig mit täglichem Training, zum Beispiel in klassischem Ballett oder zeitgenössischem Tanz. Anschließend folgen Proben für neue Produktionen oder Wiederaufnahmen bestehender Stücke und Performances. Dabei werden Choreografien einstudiert, Bewegungsabläufe korrigiert und Szenen mit Musik, Bühne und Kostüm abgestimmt. Vor Aufführungen finden zusätzliche Bühnen- und Ablaufproben statt.

Der eigene Körper ist das Kapital von Tänzer:innen, denn mit diesem drücken sie sich aus. Oftmals bleibt dem Körper nicht viel Zeit, um sich zwischen intensiven Proben und Auftritten zu erholen. Daher brauchen Tänzer:innen einen starken und gesunden Körper, um die körperliche Belastung zu verkraften. Tänzer:innen investieren daher täglich viele Stunden in Krafttraining, Fitness und Ausdauer und achten auf ihre Ernährung.

Tanz-Vorstellungen gehen überwiegend abends sowie an Wochenenden und Feiertagen über die Bühne, sodass die Arbeitszeiten vom Spielbetrieb des jeweiligen Theaters abhängen.

Welche Aufgaben haben Tänzer:innen?

  • ·Einstudieren von Choreografien und Arbeit mit Choreograf:innen, Regie und musikalischer Leitung
  • Mitwirkung an Proben und Bühnenproben
  •  Aufführung von Tanzrollen in Ballett-, Opern-, Operetten- oder Musicalproduktionen Anpassung von Bewegungsabläufen an Bühne, Kostüm und Licht
  • Teilnahme an Gastspielen und Tourneen
  • eigenständiges körperliches Training und Verletzungsprävention
  • Pflege und Wiederaufnahme bestehender Repertoires
  • teilweise Mitwirkung in Vermittlungsformaten oder Workshops

Weiterführende Tätigkeiten:

  • Entwicklung eigener Choreografien
  • Leitung von Proben als Ballettmeister:in oder Trainingsleiter:in
  • künstlerische Konzeptentwicklung
  • pädagogische Arbeit im Tanzunterricht oder Nachwuchsbereich
  • Einstudierung von Produktionen als Repetitor:in oder Assistent:in der Choreografie

Wie wird man Tänzer:in?

Das sollte man mitbringen:

  • Große Leidenschaft fürs Tanzen
  • Disziplin und regelmäßige Trainingsbereitschaft
  • Körperliche Fitness und Belastbarkeit
  • Psychische Stabilität und Stressresistenz
  • Fähigkeit zur präzisen Umsetzung choreografischer Vorgaben
  • Teamfähigkeit in Ensembles
  • Konzentrationsfähigkeit und Bühnenpräsenz
  • Belastbarkeit bei Proben- und Vorstellungsbetrieb
  • Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten
  • häufig Kenntnisse in klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz
  • teilweise zusätzliche Fähigkeiten in Schauspiel oder Gesang

Zusätzliche Anforderungen für höherqualifizierte Positionen:

  • mehrjährige Bühnenerfahrung
  • choreografische und konzeptionelle Fähigkeiten
  • pädagogische Kompetenzen
  • Erfahrung in Probenleitung und Ensemblearbeit
  • Organisations- und Führungskompetenz
  • Kenntnisse verschiedener Tanzstile und Produktionsformen

Ausbildung oder Studium

In Deutschland ist Bühnentänzer:in eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen mit einer Dauer von zwei bis drei Jahren. Junge Tänzer:innen können wählen, ob sie eine zwei- bis dreijährige Berufsfachschule besuchen oder eine professionelle Tanzausbildungen an Hochschulen und Akademien für Tanz, Bühnentanz oder zeitgenössischen Tanz absolvieren. Sie können weiterhin entscheiden, ob eine staatliche oder private Hochschule für sie infrage kommt.

In der Ausbildung oder im Studium vermitteln Dozent:innen die Grundlagen, um Nachwuchstalente optimal auf eine Karriere als Tänzer:in vorzubereiten. Während der schulischen Ausbildung als Bühnentänzer:in werden theoretisches Wissen und Fachpraxis, unter anderem in den Bereichen klassischer Tanz, Repertoire oder Charaktertanz erworben. Je nach Beruf und Tanzform wird eine unterschiedliche Ausbildung vorausgesetzt, sodass Studierende oft während der Tanzausbildung ihre Schwerpunkte festlegen.

Der Berufseinstieg erfolgt in der Regel über Auditions für Theaterensembles, freie Compagnien oder Produktionshäuser. Bereits während der Ausbildung sind Praktika, Workshops und erste Bühnenerfahrungen üblich. Weiterbildungen betreffen häufig spezielle Tanztechniken, Choreografie, Tanzpädagogik oder Trainingsmethoden.

Der Übergang in höherqualifizierte Positionen wie Choreograf:in oder Ballettmeister:in erfolgt überwiegend über praktische Berufserfahrung und künstlerische Reputation. Teilweise ergänzen pädagogische oder choreografische Zusatzqualifikationen den Karriereweg.

Entwicklungsmöglichkeiten von Tänzer:innen

Im Tanz sind Engagements oft befristet und Arbeitsverträge an Theater gelten häufig für einzelne Spielzeiten. Beschäftigungen erfolgen in festen Theater-Ensembles oder projektbezogen als freischaffende Künstler:innen.

Aufgrund der hohen körperlichen Beanspruchung ist die aktive Bühnenlaufbahn zeitlich begrenzt: Mit Mitte 30 ist in der Regel Schluss. Schwerwiegende Verletzungen können zudem ein frühzeitiges Karriereende bedeuten. Idealerweise entwickeln Tänzer:innen schon frühzeitig einen Plan B, um für die zweite Hälfte ihres Berufslebens vorzusorgen. Wer nach seiner aktiven Zeit weiterhin im Tanz arbeiten möchte, kann beispielsweise als Tanzlehrer:in, Tanzpädagog:in/-therapeut:in, Choreograf:in, Ballettdirektor:in oder Choreolog:in tätig sein.

Weiterführende Links

Quellen

Das Informationsangebot basiert auf der Broschüre »Berufe am Theater«, herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein, aktualisierte und überarbeitete zehnte Auflage 2020/21. Zur Recherche wurde zudem auf das Online-Informationsmaterial von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen. Die redaktionelle Aufarbeitung und Recherche erfolgte mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.