»Theater ist ein elementarer Ort«
Am 14. Februar 2026 feierte das Stück »Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten« im Bochumer Schauspielhaus Premiere. Hierbei kam es während eines Monologs von Schauspieler Ole Lagerpusch, der einen faschistischen Regierungschef spielt, zu Handgreiflichkeiten gegenüber dem Schauspieler. Zuschauende hatten die hasserfüllte Rede seiner Rolle nicht ertragen und wollten ihn von der Bühne zerren (mehr erfahren).
Kathrin Mädler, Vizepräsidentin des Deutschen Bühnenvereins, ordnet den Vorfall in einem Interview mit der WELT ein und erklärt, warum Theater die aufgeregte heutige Zeit spiegelt. Auf die Frage, ob sich die Städte in Deutschland den Luxus Theater noch leisten können, antwortet sie:
»Da muss ich erst einmal widersprechen: Es ist kein Luxus! Es braucht in der Kulturpolitik ein anderes Sprechen und eine andere Form der Bewertung. Theater und Kunst sind elementar als Orte, an denen Gemeinschaft gebildet wird; als Orte, die die Fähigkeit vermitteln, miteinander zu reden und auszukommen. In Verbindung zu bleiben. Theater und Kunst sind auch elementar für ein großzügiges, ermutigendes, empathisches Menschenbild. Wenn wir das als Luxus wahrnehmen, bewegen wir uns in eine Gesellschaft, in der wir nicht mehr leben möchten.«